Mehr als verdoppelt

Oberösterreicher machen viel zu viel Hausmüll

Oberösterreich
29.06.2023 12:15

Oberösterreichs Haushalte machen viel zu viel Müll. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Menge mehr als verdoppelt, zeigt der Landesrechnungshof auf. 138 Kilogramm Restmüll je Einwohner (2021) sind weit mehr als das seit Jahren angestrebte Ziel von 125 Kilo. Kontraproduktiv sind da auch die Mindestmengen für Müllverbrennungsanlagen. 

Die weiterhin wachsende Müllmenge (nicht nur in Oberösterreich) sieht der Landesrechnungshof problematisch. Aus seiner Sicht müsse auf den obersten abfallwirtschaftlichen Grundsatz, Abfälle zu vermeiden, künftig noch stärkeres Augenmerk gelegt werden. „Es sollte vom Land OÖ gemeinsam mit den Systempartnern weitere Anreize zur Abfallvermeidung geben“, sagt LRH-Direktor Rudolf Hoscher. Dies nicht nur bei den privaten Haushalten, sondern stärker auch bei den Herstellern der Produkte.

Weit entfernt von gesteckten Zielen
Das Land OÖ sei gemeinsam mit der kommunalen Abfallwirtschaft imehreren Bereichen weit davon entfernt ist, die gesteckten Ziele zu erreichen, rügt das Prüforgan des Landtags: „Insbesondere das Volumen bei den Restabfällen lag 2021 mit 138 Kilogramm je Einwohner: bzw. Einwohnerin deutlich über dem seit Jahren angestrebten Zielwert von 125 Kilogramm.“

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„Es ist der oberste abfallwirtschaftliche Grundsatz, Abfälle zu vermeiden; dafür braucht es mehr Anreize bei privaten Haushalten und - wie auch in der geltenden Strategie vorgesehen - vor allem auch für die Hersteller.“

Der neue oberösterreichische Landesrechnungshof-Direktor Rudolf Hoscher (Bild: TEAM FOTOKERSCHI.AT)

LRH-Direktor Rudolf Hoscher

Zu viel Verwertbares in der Mülltonne
Nach wie vor sei wesentliches Verbesserungspotenzial vorhanden, meint der Landesrechnungshof: "Das zeigt auch die 2019 erstellte Restabfallanalyse für OÖ. Demnach bestanden noch immer 31 Prozent des Restabfalls aus biogenen Abfällen und 17 Prozent aus verwertbaren Altstoffen.“

Müllverbrennungsanlagen „fordern“ Mengen
Es gibt aber auch noch andere die Müllmengen treibende Faktoren. Kontraproduktiv für das Erreichen der Abfallziele seien die vertraglich vereinbarten Mindestmengen für Müllverbrennungsanlagen, zeigt der Landesrechnungshof auf: „Mindestanlieferungsmengen unterstützen ausschließlich die wirtschaftlichen Ziele des Anlagenbetreibers, widersprechen aber den übergeordneten Zielen, Abfälle zu vermeiden bzw. zu trennen.“ Das wird noch bis 2026 so der Fall sein, weil das Vertragswetk 2017 noch einmal verlängert wurde.

Hier geht‘s zum kompletten Prüfbericht.

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