Immer öfter zu sehen

Kinder sind die Chefs: Lärm und Sprüche zu Georgi

Kärnten
16.04.2023 11:45

Wenn Kinder nicht nur laut sein dürfen, sondern sogar müssen, dann ist bereits der Vorabend zum Gedenktag des Heiligen Georg angebrochen. Am Faaker See zieht der Brauch immer größere Kreise.

Am Vorabend zum Georgitag sind die Kinder die Chefs, ihr Anführer wird Capo genannt: Sie halten den Brauch des Georgijagens aufrecht, vertreiben die letzten Winterungeister und bringen Segen.

Und zwar wieder immer öfter: Heuer brechen die Kinder bereits in sechs Dörfern der Gemeinde Finkenstein zum Georgijagen auf!

Unterricht etwas anders
Die Dorfgemeinschaft Latschach fungiert dabei als Motor: Im Vorjahr haben Mitglieder in der Volksschule Latschach Unterricht der anderen Art gestaltet. Sie haben den Kindern beigebracht, wie man Bocks- und Kuhhörnern Töne entlockt und welche Segenssprüche seit Jahrhunderten überliefert sind; in deutscher und slowenischer Sprache.

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Der Heilige Georg klopft an die Tür und bittet um ein Nachtquartier. Er wünscht Unglück hinaus und Glück hinein, das ganze Haus soll gesegnet sein. Er segnet den Herrn, die Frau, die Kinder, die Tiere im Stall und die Hühner, dass sie viel Eier legen und uns auch ein paar geben. Die Ratzen und die Tatzen soll der Teufel zerkratzen. Nun gebt, was euer Wille ist.

Ein Spruch der Georgijäger

„Heuer wiederholen die Lehrerinnen mit den Kindern die Sprüche und den Ablauf des Brauches“, freut sich Herbert Sternig von der Dorfgemeinschaft. Auch mit der Jugendfeuerwehr gab es bereits eine Besprechung, denn sie bewacht das Feuer.

Der schon vor 22. April von den Kindern zusammengetragene Reisighaufen wird auf einem Hügel entzündet. Nach dem Gebet stürmen die Buben und Mädchen ins Dorf, blasen laut in ihre Hörner und schlagen mit den Glocken.

Die beste Eierspeise!
Für ihre bei den Häusern aufgesagten Segenssprüche bekommen sie Brot, Eier, Butter und Sasaka, also Verhackertes. Nach dem Georgijagen gibt es beim Capo Eierspeise. Viele Männer erzählen heute, es sei die beste Eierspeise ihres Lebens gewesen!

„Mit dem uralten Brauch ist es gelungen, dass sich Kinder, ansässige und zugezogene Familien, besser kennenlernen“, freut sich die Dorfgemeinschaft.

Benannt ist der Brauch nach Georg, dem Drachentöter. Der aus der heutigen Türkei stammende Georg soll den Drachen und damit das Böse bezwungen haben, was ihn zu einem der 14 Nothelfer machte.

Heuer findet das Georgijagen/ Šentjurij jahat am 22. April in Latschach, Ratnitz, Pogöriach, Oberaichwald, Oberaichwald Lauskeile und in Unteraichwald statt.

Fest zu Ehren des Heiligen im Oberen Gailtal
Zum 40. Georgifest lädt am 23. April, der Georgiverein Würmlach ins Gailtal ein, wo die Kirche dem Heiligen geweiht ist. Kutschen, Reiter, Sänger, Musikanten ziehen um 9.45 Uhr auf die Festwiese, wo Gottesdienst samt Pferde- und Fahrzeugsegnung gefeiert wird.

Denn Georg wird auch als Patron der Pferde verehrt. Die alten Kutschen werden mit Liebe geschmückt und eingespannt. Viele Reiter aus nah und fern haben sich bereits angekündigt. In Begleitung der Trachtenkapelle Mauthen, der Sängerrunde Würmlach, der örtlichen Vereine und Trachtengruppen ziehen die Reiter mit ihren Arabern, Norikern, Haflingern, Warmblütern und Ponys durch den Ort zum Festplatz. 

Auch Oldtimerliebhaber mit ihren Traktoren nehmen seit einigen Jahren am Umzug teil. Ab 13 Uhr: Holzrücken. 

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