Mi, 15. August 2018

"Bike Week"

11.09.2011 20:51

Teure Bikes weg: Langfinger beim Harley-Treffen

Die Gegend rund um den Faaker See in Kärnten war bis zum Wochenende fest in der Hand der Harley-Fahrer und ihrer Fan. Tausende Biker kamen zum mittlerweile 14. Harley-Davidson-Treffen, das offiziell "European Bike Week" heißt. An der großen Harleyparade am Samstag nahmen etwa 25.000 Biker teil, die Ausfahrt verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Allerdings wurden insgesamt acht Motorräder im Gesamtwert von über 250.000 Euro gestohlen.

Die teuerste gestohlene Harley hat einen Wert von 71.000 Euro. Laut Polizei war das Bike zwar mit einer Kette gesichert gewesen, die Diebe schlugen auf einem Parkplatz in Faak am See trotzdem zu. Das Motorrad gehört einem Gast aus der Schweiz. Es hat blau-orange Flammen an Kotflügel und Tank und ein Malteserkreuz an der Heckleuchte. Die Rückenlehne ist aus schwarzem Leder, bei den Felgen handelt es sich um auffällige Fünf-Speichen-Felgen.

Weniger Probleme während der "Bike Week"
Während der Veranstaltungswoche ereigneten sich zehn Verkehrsunfälle mit Motorrädern. Dabei wurden 13 Biker verletzt, drei davon schwer. Die Anzahl der Diebstähle aus Zelten auf Campingplätzen sank von 42 im Vorjahr auf 14. Damit sank auch der Wert der Beute von 26.200 Euro auf rund 9.500 Euro. Die Polizei hatte nach dem massiven Auftreten von Diebstählen während der "Bike Week" offenbar erfolgreich versucht, die Teilnehmer für die Thematik zu sensibilisieren und über Risiken aufzuklären.

Insgesamt haben sich die etwa 70.000 Motorradfreaks recht zivilisiert verhalten. 2011 wurden lediglich 24 Führerscheine abgenommen, im Vorjahr waren es noch 34 gewesen, im September 2009 gar 52. Ausschreitungen blieben während des Harleytreffens überhaupt aus. Die Polizei registrierte lediglich drei leicht verletzte Biker bei zwei Raufereien.

"Bike Week" wird weiterhin stattfinden
Zufrieden zeigten sich auch die Touristiker. Die Gastronomie und Hotellerie freute sich - nicht zuletzt auch wegen des traumhaften Herbstwetters - über eine hervorragende Auslastung und ebenso gute Umsätze. "Mit dem Harley-Davidson-Treffen konnte heuer nahtlos an die Hauptsaison angeknüpft werden", erklärte Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung. Aber auch die Touristiker im nahen Italien profitierten. Laut dem friulanischen Tourismusmanager Claudio Tognoni war die grenznahe Stadt Tarvis mit Harley-Davidson-Gästen nahezu ausgebucht.

Das Treffen der Biker soll auch in den kommenden Jahren weiter in Kärnten stattfinden. Eine Vertragsverlängerung bis 2018 soll in den nächsten Wochen unterzeichnet werden.

Lokalaugenschein beim Harley-Treffen
Je näher man dem Harley-Epizentrum Faak am See kam, desto lauter wurde das vielstimmige Brummen der Motoren. Dabei mischte sich unter die Kultmaschinen aus Amerika auch so manche andere Marke. Die Stimmung sei einzigartig, da wolle er dabei sein, meinte ein Kärntner mit einer Honda, und eine Harley sei im Budget eben nicht drin.

Lärmempfindlich sollte man nicht sein, wenn man sich ins Vergnügen stürzen will. Draußen vor der Harley-Stadt reißt das charakteristische tiefe Brummen der Maschinen nie ab, drinnen fährt jeder Stand sein eigenes lautes Musikprogramm. An den einzelnen Ständen rechts und links der "Dorfstraße" des Harley Village türmt sich das Essen. Da liegen Berge von gegrillten Ripperln und Bratwürsten. Daneben drehen sich zwei riesige Schweine am Spieß. Überdimensionale Pfannen mit Asiatischem, wie gebratenen Nudeln und verschiedenem Frittiertem, konkurrieren mit Palatschinkenständen und einen halben Meter langen Fleischspießen.

Doch trotz Mittagszeit bleiben die Riesenmengen an Fleisch kaum beachtet, das kann aber auch damit zu tun haben, dass viele Biker nicht wirklich Frühaufsteher sind, da kommt der Hunger eben später. Mehr los ist da schon in den Shops, in denen man alles bekommt, was ein Motorradfan so braucht. Von Schuhen über Shirts bis hin zu Lederjacken und Anzügen. Auch wenn sonst Frauen nachgesagt wird, dass sie gern einkaufen gehen - hier stehen ihnen die Herren in nichts nach und interessieren sich intensiv für die klassischen Harley-Outfits. Er suche "eine Lederjacke und einen ordentlichen Regenschutz", meint ein deutscher Biker im Harley Geschäft Berlin und macht sich mit dem Verkäufer auf die Suche. Hier hat man bereits Weihnachten ausgerufen. Quer über die Decke winden sich Tannengirlanden aus Plastik mit bunten Christbaumkugeln.

Die "echten Harleyaner" erkennt man an der Farbe, sie ist dunkel, bevorzugt schwarz. Wer in heller Kleidung durch die Straßen zieht, outet sich als Schaulustiger. Buntes gibt es nur an den Ständen für Kinder. Es ist erstaunlich, wie viele Shops mit Kindergewand inklusive pinker Babypatscherln auf der Strecke liegen, immerhin ist das Harley Village kinderfreie Zone. Der Nachwuchs passt auch schlecht auf ein Motorrad.

Kurioses findet sich ebenfalls unter dem vielfältigen Angebot. Dazu zählen die Latexmasken mit Teufels- und anderen ebenfalls wenig attraktiven Gesichtern. "Um Spaß zu haben", meint der Verkäufer auf die Frage, wozu man die brauche. Er habe auch schon welche verkauft. Sie seien praktisch, weil sie sich genau der Gesichtsform anpassten, Augen und Mund freiließen und man so ungehindert rauchen und trinken könne. Tätowieren kann man sich ebenfalls lassen. Die Anbieter dürften hier das passende Klientel finden. Denn nicht wenige Biker und auch Bikerinnen haben - durchwegs großflächige - Tattoos.

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