29.08.2011 15:58 |

Dealer erwischt

Mephedron-Ring in Stmk. zerschlagen - elf Festnahmen

Einen schwunghaften Handel mit Mephedron - einem Amphetamin-Suchtgift - haben Fahnder mehrerer steirischer Bezirke nun auffliegen lassen: Elf Verdächtige sind festgenommen worden, darunter ein 21-jähriger Taxler, der mit einem - milieuintern "Dünge-Taxi" genannten - Auto das Mephedron an die Konsumenten verteilt haben soll. Die Modedroge, die in Österreich als Pflanzendünger oder Badesalz legal erhältlich war, ist seit dem Vorjahr verboten.

Nach einem Hinweis aus der Suchtgiftszene führten die Fahnder seit Dezember 2010 Ermittlungen im Großraum Bruck an der Mur, Kapfenberg, Kindberg und Mürzzuschlag gegen vorerst unbekannte Täter, die Mephedron in Umlauf brachten. Dabei stießen Beamte aus Bruck an der Mur und Mürzzuschlag - später auch aus Graz - auf ein Brüderpaar, 17 und 19 Jahre alt. Diese Spur führte schließlich zu deren mutmaßlichen Komplizen, 16, 19, 20 und 21 Jahre alt.

Mephedron um 25 bis 35 Euro je Gramm verkauft
Die Obersteirer gaben zu, das - seit dem Vorjahr in Österreich verbotene (siehe Infobox) - MMC in Ungarn um drei bis zehn Euro pro Gramm von diversen Händlern gekauft und in einem Pkw nach Österreich geschafft zu haben. Das Suchtgift wurde anschließend zum Preis von 25 bis 35 Euro von den Schmugglern selbst oder von vier weiteren Komplizen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren an Süchtige, zum Teil auch Minderjährige, weiterverkauft, berichtete die Sicherheitsdirektion Steiermark.

Weitere 500 Gramm erwarben die Verdächtigen demnach von diversen Grazer Dealern. Die zehn Obersteirer, die teilweise selbst süchtig waren, hatten einen Kundenstock von 190 Abnehmern. Unter den Verkäufern befand sich auch der 21-jährige Lenker des "Dünge-Taxis".

Raub im Zuge der Ermittlungen aufgeklärt
Im Zuge der Ermittlungen konnten die Kriminalisten auch einen Raubüberfall klären: Zwei der Obersteirer, 20 und 21 Jahr alt, wollten im Dezember 2010 rund 40 Gramm Mephedron an einen 20-jährigen Serben in Graz verkaufen. Dieser brachte aber plötzlich eine Pistole in Anschlag und nahm den beiden das Suchtgift ab.

Der 20-Jährige wurde allerdings später ausgeforscht und an seinem Arbeitsplatz verhaftet, die Tatwaffe sichergestellt. Er wurde nach den Einvernahmen in die Justizanstalt Graz-Jakomini überstellt, die zehn laut Polizei geständigen Obersteirer kamen in die Justizanstalt Leoben.

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