Vor Zerreißprobe

IOC verurteilt Olympia-Boykottdrohung der Ukraine!

Sport-Mix
03.02.2023 18:06

Das Internationale Olympische Komitee verurteilt die Boykottdrohung der Ukraine für die Sommerspiele 2024 in Paris! Die Drohung verstoße gegen die Grundlagen der Olympischen Bewegung und die Prinzipien, für die sie stehe. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) der Ukraine teilte mit, die Arbeit gegen eine Teilnahme russischer und belarussischer Sportler an Olympia weiter entschlossen voranzutreiben. Die Allianz diesbezüglich wird breiter. 

„Es ist äußerst bedauerlich, diese Diskussion in diesem frühen Stadium mit einer Boykott-Drohung eskalieren zu lassen“, teilte das IOC mit. Die Teilnahme einzelner neutraler Athleten mit russischem oder belarussischem Pass an den Olympischen Spielen Paris 2024 sei noch nicht diskutiert und entschieden worden, hieß es weiter. „Ein Boykott ist ein Verstoß gegen die Olympische Charta, die alle NOKs verpflichtet, an den Spielen der Olympiade teilzunehmen, indem sie Athleten entsenden.“

Das IOC um Präsident Thomas Bach hatte zuletzt eine Kontroverse mit der Ankündigung ausgelöst, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus trotz des Krieges in der Ukraine Möglichkeiten zur Teilnahme an internationalen Wettkämpfen eröffnen zu wollen. Damit könnte diesen Sportlern auch der Weg zu den Spielen in Paris offen stehen, wenn auch nur unter neutraler Flagge.

Die neutralen Athleten müssten die „strengen Bedingungen respektieren, die wir festgelegt haben, einschließlich keinerlei Identifizierung mit ihrem Land und NOKs und die vollständige Einhaltung der Anti-Doping-Bestimmungen“, erklärte das IOC. Wie die Athleten ihre Neutralität nachweisen sollen, sei noch offen, Kriterien dafür würden erarbeitet werden. Zudem verwies das IOC auf eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 1. Dezember 2022.

Demnach erkenne diese Resolution an, dass „große internationale Sportveranstaltungen im Geiste des Friedens, des gegenseitigen Verständnisses und der internationalen Zusammenarbeit, der Freundschaft und Toleranz und ohne jegliche Diskriminierung organisiert werden sollten und dass der einigende und versöhnliche Charakter solcher Veranstaltungen respektiert werden sollte“. Einen erneuten Besuch Bachs in der Ukraine werde es nicht geben.

Nach der IOC-Ankündigung hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Bach ins umkämpfte Bachmut eingeladen. Bach hatte im Sommer 2022 die Ukraine besucht und Selenskyj getroffen. Danach habe man sich auch telefonisch weiter ausgetauscht. Das IOC habe von Beginn an den Krieg scharf verurteilt und Sanktionen gegen die russischen und belarussischen Staaten und Regierungen verhängt. Das IOC stehe fest zu „dieser kristallklaren“ Position, die Sanktionen seien nicht verhandelbar.

„So lange der Krieg dauert, so lange unser Vaterland bombardiert wird, so lange wir unsere Unabhängigkeit erkämpfen, unsere territoriale Unversehrtheit, können wir sie nicht sehen. Wir haben den großen Wunsch, sie so lange nicht zu sehen, wie der Krieg nicht mit unserem Sieg endet“, sagte Ukraine-Sportminister und NOK-Chef Wadym Hutzajt am Freitag nach einer außerordentlichen Generalversammlung in Kiew. Erst wenn es trotz größter Anstrengungen nicht gelinge, einen Ausschluss von Russen und Belarussen zu erreichen, werde ein Boykott thematisiert. „Wenn wir alle (hart) daran arbeiten und alles dafür tun, uns es aber nicht gelingt, dann - das ist nur meine persönliche Meinung - müssen die Olympischen Spiele boykottiert werden.“

Am Mittwoch hatte das IOC Rückendeckung von den Vereinten Nationen erhalten. In einer Pressemitteilung wurden zwei UN-Expertinnen zitiert, die das IOC dazu drängten, „die Nichtdiskriminierung von Athleten aufgrund deren Nationalität sicherzustellen“. Das IOC berief sich zudem darauf, dass eine „große Mehrheit der Teilnehmer“ von Beratungen mit Verbänden und Athletenvertretern sich für einen solchen Schritt ausgesprochen habe.

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