Günstigstes Wohnen

Neues Baumodell erobert bereits Land Kärnten

Kärnten
01.02.2023 15:05

Obwohl in Kärnten im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ günstige Mietpreise angeboten werden, leiden vor allem wirtschaftlich schwache Personen und Familien durch Mehrbelastung und Teuerungswelle. Tief in die Tasche greifen müssen jene, die nicht bei gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften unterkommen. Ein Pilotprojekt ermöglicht nun aber Wohnen um 350 Euro, inklusive Heizung und Betriebskosten.

Ein offenes Stiegenhaus als sozialer Erlebnisraum, mobile Verbauungen in den Wohnräumen, Photovoltaikanlagen für nachhaltige Energie und vieles mehr. Das Pilotprojekt in Friesach spielt alle Stückeln, garantiert Bürgern nicht nur Gemütlichkeit.

Es ist das Herzens- und Wunschprojekt von Landeshauptmannstellvertreterin Gaby Schaunig. Die Wohnbaureferentin will erreichen, dass dieses Modell, bei dem der Mietzins für 58 Quadratmeter inklusive Warmwasser, Betriebs- und Heizkosten maximal 350 Euro ausmacht, forciert wird. Und zwar im ganzem Land!

83 Gemeinden

Die Landeswohnbau Kärnten (LWBK) ist derzeit in 89 Gemeinden vertreten. Dort werden insgesamt 17.000 Wohnungen über die Genossenschaften verwaltet.

Bald auch in St. Veit?
„Dieses ausgeklügelte Projekt können neben den gemeinnützigen Wohnbauträgern auch Gemeinden umsetzen“, erklärt Schaunig. Sie betont: „Leistbares Wohnen ist ein Grundbedürfnis für jeden Bürger.“ Daher will Schaunig alles daran setzen, derartige Projekte weiter voranzutreiben. So könnte als Nächstes etwa die Stadtgemeinde St. Veit dieses Modell übernehmen. Schaunig: „Die Gespräche laufen ja bereits. Es gibt einige Möglichkeiten.“

Das einzigartige Wohnbauprojekt, bei dem die Gemeinden die Grundflächen zur Verfügung stellen müssen, wird mit 80 Prozent Wohnbauförderung auf 58 Jahre gefördert. 20 Prozent fallen auf Eigenmittel.

„Durchdachte Planung und effiziente Gebäudetechnik haben die Baukosten massiv gesenkt. Natürlich spielt dabei auch das Zusammenwirken von Land, Gemeinde und Landeswohnbau eine große Rolle. Nur so ist das Pilotmodell realisierbar“, betonen die Geschäftsführer der Neuen Heimat Harald Repar und Wolfgang Ruschitzka.

Das Praktische an diesem Projekt sei unter anderem, dass es nur ein Stiegenhaus für 24 Wohneinheiten und lediglich überdachte Pkw-Standplätze anstatt einer Tiefgarage gibt. „All das hat beim Sparen geholfen“, so die Geschäftsführer. Der überdachte Vorbau des Gebäudes ähnelt einer Balkoninsel, und integrierte, begrünte Fassaden werden zu einem Erlebnisraum. Die Wohnungen verfügen zudem über mobile Systeme, die besonders viel Staufläche schaffen.

Die Landeswohnbauchefs: „Alle Wohnungen sind mit Parkett ausgestattet, zu 100 Prozent barrierefrei und auch als solches erreichbar.“ Auch die kleineren, noch kostengünstigeren Einheiten (40m²) verfügen über Vorraum, Bad, Schlaf- und Wohnzimmer.

Die Nachfrage nach Wohnungen ist in Klagenfurt aktuell besonders groß. Zehn Genossenschaften gibt es alleine in der Landeshauptstadt, dazu viele private Bauträger.

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Hi-Harbach ist eine tolle Sache und eine neue Form von Wohnungsangeboten. PV-Anlagen, E-Bikes, E-Busse - alles ist inkludiert!

Gerlinde Peyer, kaufmännische Leitung Kleinsiedlungen

Ein Vorzeigeprojekt entsteht in Hi-Harbach, die ersten 200 Apartments wurden dort bereits übergeben. „Insgesamt entstehen 900 Wohnungen“, so die kaufmännische Leiterin Gerlinde Peyker. In dem modernen Viertel sollen bis 2030 insgesamt 2000 Menschen leben. Dort entsteht auch ein Mobilitätsknoten für E-Busse, die von den Bewohnern sogar ein Jahr kostenlos benützt werden können.

„Die günstigsten Wohnpreise Österreichs werden steigen“
Das Zusatzpaket, das in der Smart City in Harbach angeboten wird, ist besonders interessant. „Die Preise sind dort noch leistbar, machen bei einer Eigentumswohnung 3300 Euro pro Quadratmeter aus“, sagt Peyker. Die Mietpreise bewegen sich zwischen 8,50 und 9,50 Euro pro Quadratmeter. Die Tarife werden jedoch steigen.

„Derzeit bietet Kärnten die günstigsten Preise in Österreich an“, sagt VKS-Vorstand Thomas Kuschnig. „Damit ist es aber bald vorbei. Kauft man in Klagenfurt einen Grund, kostet er im Schnitt zwischen 150 und 200 Euro pro Quadratmeter. In Vorarlberg ist nichts mehr unter 500 Euro zu kriegen. Das kommt auch auf uns zu.“

3126 Wohnungen sind in der Landeshauptstadt im Besitz der Stadt. „Wir verzichten auf Mieterhöhungen“, sagt Vizebgm. Alois Dolinar. Für Sanierungen bleibt jedoch kaum etwas übrig. „2022 waren es vier Millionen Euro, heuer sind es nur noch drei.“

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