Details zu Todesdrama

„Nur der Skistock ragte aus dem Lawinenkegel“

Kärnten
30.01.2023 12:45

Der tragische Lawinentod eines Skitourengehers erschüttert ganz Oberkärnten. Während Bergretter im „Krone“-Gespräch den dramatischen Einsatz schildern, warnt Alpinpolizei und Lawinenwarndienst vor der weißen Gefahr in den Bergen.

Der 62-jährige Skitourengeher aus Rennweg machte sich Samstag gegen 14 Uhr von seiner Heimatgemeinde aus alleine auf den Weg in Richtung Tschanek. Weil er bis Sonntagfrüh nicht zurückgekehrt war, alarmierte seine Frau die Einsatzkräfte. „Wir haben überall nachgefragt, denn laut Gattin hätte es auch sein können, dass sich ihr Mann in einer Skihütte aufhalte“, so Alpinpolizist Horst Wohlgemuth. Doch die Handypeilung zeigte etwas anderes. „Sein Telefon wurde mitten in den Bergen, unterhalb der Gontalscharte, auf 1800 Meter Seehöhe, geortet.“

Großaufgebot an Einsatzkräften
Alpinpolizei, Bergretter des Lieser-Maltatals sowie aus dem Bezirk Spittal und Suchhunde machten sich sofort auf den Weg. Schnell wurde klar: Der 62-Jährige war von einer Lawine erfasst worden. „Vom Polizeihubschrauber aus haben wir einen Skistock aus dem Lawinenkegel herausragen sehen. Der Mann dürfte das Schneebrett beim Aufstieg selbst ausgelöst haben. Er konnte nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden.“

Rennweger kannte das Gebiet gut
Laut Einsatzkräften und Anrainern sei der Rennweger vermehrt in diesem Gebiet unterwegs gewesen. „Er hat die Strecke gekannt, ist sie anscheinend auch mehrmals gegangen. Sie liegt weit abseits des Skigebietes Katschberg. Auch die Wetterverhältnisse dürften zu diesem Unglück beigetragen haben.“

Alpinpolizei und Lawinenwarndienst appelliert an Wintersportler
Die Alpinpolizei appelliert, Skitouren nicht alleine zu unternehmen und die Bergrettung warnt nun einmal mehr vor der Lawinengefahr. Bereits Samstag war auf der Salzburger Seite des Katschbergs ein Snowboarder von Schneemassen erfasst worden.

Laut dem Kärntner Lawinenwarndienst herrscht in dem betroffenen Oberkärntner Gebiet oberhalb der Waldgrenze mäßige Lawinengefahr. „Das Hauptproblem sind die älteren Triebschneeansammlungen in höheren Lagen, welche vorwiegend im Westsektor zu finden sind. Allgemein überwiegt aber ein Altschneeproblem in der Region - mit einem unterschiedlich dicken Altschneefundament mit schwachen Schichten und einer schlechten Verbindung der etwas frischeren Schneeauflage zum Fundament.“ Den aktuellen Lawinenwarnbericht für alle Regionen gibt es unter lawine-kaernten.at.

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