Beim großen Thema Kauf sind die Anfragen der Kärntner beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer binnen eines Jahres um 38 Prozent gestiegen. Zu den Problemen gehören Online-Käufe, wie der eines 13-Jährigen, der im Spielrausch 2400 Euro für Tik Tok-Coins ausgegeben hat. Die AK fordert ein Unterrichtsfach.
Wie ein 13-Jähriger beim Online-Spielen 2400 Euro ausgeben kann? Wenn am Computer oder Smartphone die Kreditkartendaten der Eltern hinterlegt sind, geht das recht einfach. „Schon Kinder, und zwar ab der Volksschule, zu mündigen Konsumenten zu erziehen, ist notwendig! Wir brauchen eine Verbraucherbildung in der Schule“, fordert Günther Goach, der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten. „Experten der AK gehen an Schulen, halten Vorträge und Workshops zu den Themen der digitalen Welt“, erklärt AK-Direktorin Susanne Kißlinger. Doch solche Unterrichtseinheiten seien für alle Kinder und Jugendlichen, nicht nur für jene, deren Lehrer das extra über die AK organisieren, notwendig. „In Berufsschulen und höheren AHS-Klassen, also bevor die jungen Leute ihre erste Wohnung mieten, informieren wir die Jugendlichen über mögliche Fallstricke in Mietverträgen“, so AK-Wohn- und Mietrechtsexperte Michael Tschamer.
Kinder und Jugendliche müssen so früh wie möglich mit konsumentenschutzrechtlichem Wissen ausgestattet werden.
AK-Präsident Günther Goach

Im Falle des 13-Jährigen konnte die Arbeiterkammer mit dem amerikanischen Unternehmen Kontakt aufnehmen und den Fall lösen.
Immer mehr Anfragen, immer mehr zurückgeholtes Geld
65.770 Kärntnerinnen und Kärntner haben im Vorjahr in Klagenfurt sowie in den Bezirksstellen den Konsumentenschutz der Arbeiterkammer kontaktiert – das ist ein Plus von 12,75 Prozent gegenüber 2024. 822.000 Euro konnten die Konsumentenschützer für die Kunden zurückholen. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2024, wo 397.000 Euro gerettet werden konnten. „Das ist ein klares Signal: Wir lassen niemanden im Regen stehen. Der Konsumentenschutz ist für alle da, nicht nur für AK-Mitglieder, sondern auch für Pensionisten, Unternehmer...“, so Goach. Dafür gebe es auch einen finanziellen Beitrag vom Land Kärnten.
148 Klagen wurden abgeschlossen (2024 waren es lediglich 82). Die Streitwerte reichen dabei von 4,99 Euro bis 86.000 Euro.
Wohnen und Kauf sind die großen Themen mit vielen Fragen
Die Top-Themen in den Beratungen führt nach wie vor das Wohnen an – mit 25.756 Anfragen. Beim großen Bereich Kauf wurde im Vorjahr bei den Anfragen ein Anstieg um 38 Prozent gegenüber 2024 festgestellt. Dienstleistungen, Reise, Geld, Telefon/Internet, Versicherung sind ebenfalls Dauerbrenner bei den Anfragen der Kärntnerinnen und Kärntner.
„Wir haben neue Tools angeschafft, um im Konsumentenschutz noch besser helfen zu können, beispielsweise zwei Tools für den Kfz-Bereich“, so Herwig Höfferer, Abteilungsleiter Konsumentenpolitik. Über die Fahrgestellnummer kann einer der Rechner den derzeitigen Wert eines Wagens für den Verkauf ermitteln und somit einen Richtwert für Verhandlungen geben.
Ein anderer Rechner ermöglicht es, zu überprüfen, ob Mechanikerrechnungen stimmen können: Wie viel kostet ein Ersatzteil? Wie viele Arbeitsstunden braucht es für die Reparatur in etwa?
Für das Hauptthema der Kärntnerinnen und Kärntner, die Mieten, wurde auf der Homepage der AK-Mietpreisbremse-Rechner installiert: Um wie viel darf der Hauptmietzins maximal steigen? Ist die Erhöhung zulässig? https://www.arbeiterkammer.at/Mietpreisbremse-Rechner
Im Vorjahr wandten sich knapp 5000 Menschen wegen Flugverspätungen und anderer Reisemängel an die AK – 2024 waren es lediglich 2024: „Das liegt auch daran, dass die Menschen besser über ihre Fluggastrechte Bescheid wissen, diese aktiver wahrnehmen und sich gezielt an uns wenden“, so Stephan Achernig, Referatsleiter Konsumentenschutz in der AK Kärnten.
„Im Vorjahr haben wir viele Anfragen zu Kreditbearbeitungsgebühren bearbeitet und bei Banken interveniert“, so Herwig Höfferer, Abteilungsleiter Konsumentenpolitik. Denn diese Gebühr ist unzulässig, wie der Oberste Gerichtshof die Rechtsansicht der AK bestätigt hat. Manche Banken refundierten unbürokratisch, andere weigerten sich zunächst.
Fake-Shops in China und Phishing-Mails gehören ebenfalls zu den häufigen Anfragen von Konsumenten.
Hilfe zur Selbsthilfe, praktische Rechner, Musterbriefe und mehr unter https://kaernten.arbeiterkammer.at/konsument
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