Wiener Kliniken

Kritische Lage: Neun Monate warten auf Diagnose

Wien
29.11.2022 14:31

Wenn kein Ambulanztermin verfügbar ist, weichen Patienten in Wien immer öfter auf Privat- oder Wahlärzte aus. Der Artikel über eine 27-jährige Wienerin, die seit Monaten in Todesangst auf den Austausch ihres fast leeren Herz-Akkus wartet, sorgte für Betroffenheit - doch das ist kein Einzelfall.

Die Wiener Ärztekammer hat sich mit zehn Vorschlägen an den Gesundheitsstadtrat gewandt, um die Ambulanzen zu entlasten. Hier sind einige Beispiele:

  • Diabetes: Seit die Diabetes-Ambulanz in der Klinik Floridsdorf im März 2021 wegen Personalmangels geschlossen wurde, müssen Patienten in die Klinik Landstraße fahren. Besonders aufwendig ist dies für Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes leiden und in der Klinik Floridsdorf die Entbindung angemeldet haben. Sie müssen teils wöchentlich im 3. Bezirk ihre Insulintherapie anpassen lassen, obwohl dies ein niedergelassener Vertragsarzt könnte.
  • Wartezeiten: Derzeit kommt es in Wien zu Wartezeiten von sechs bis neun Monaten für die Punktation eines Schilddrüsenknotens. Denn diese „Biopsie“ darf nur in den Spitalsambulanzen und nicht von Kassenärzten  durchgeführt werden. Da Betroffene nicht so lange zittern möchte, ob sie vielleicht Krebs haben, greifen Beitragszahler ins Geldbörsel und suchen etwa einen Wahlarzt auf. So zahlte eine Wienerin insgesamt 700 Euro, um Gewissheit zu bekommen, dass ihre Knoten gutartig waren.
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Gehe davon aus, dass es bei den Verhandlungen mit der ÖGK entsprechende Fortschritte gibt.

SPÖ-Stadtrat Peter Hacker

  • Rheumatische Erkrankungen: Ein ähnliches Problem tritt bei rheumatischen Erkrankungen auf. Diese Behandlungen stellen keine Kassenleistung dar. Somit bleibt nur der Gang ins Krankenhaus oder in die Wahlarztpraxis.
  • Kontrollen: Auch diverse Kontrollen von Herzschwäche oder onkologische Versorgungen, könnten an niedergelassene Fachärzte ausgelagert werden, genauso wie Untersuchungen von chronischen Nierenerkrankungen oder Darmerkrankungen.

Alles nur, weil der Leistungskatalog aus dem vorigen Jahrhundert stamme. „Die ambulante Versorgung kostet Geld ohne Ende“, so Erik Randall Huber, Vize der Ärztekammer. Indes begrüßt auch Stadtrat Peter Hacker die Vorschläge zur Entlastung der Ambulanzen. 

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