Schlepper als Täter?
Tumulte an EU-Außengrenze: Polizist erschossen
Ein bulgarischer Polizist (30) ist bei der Bewachung der EU-Außengrenze zur Türkei erschossen worden. Der Schuss sei aus dem Staatsgebiet der Türkei gekommen, sagte der Generalsekretär des bulgarischen Innenministeriums, Petar Todorow, am Dienstag. Die bulgarischen Behörden gehen davon aus, dass Schleuser von Migranten geschossen haben.
Die Grenzpatrouille hatte, wie es hieß, in der Nähe des Grenzdorfes Golyam Dervent ein Loch im Grenzzaun zur Türkei entdeckt. Aus der Türkei seien dann bis zu 15 weitere Schüsse gekommen, erläuterte Bulgariens Innenminister Iwan Demerdschiew. „Bei der eskalierenden Aggression, auch mit Schusswaffen, werden wir mit der notwendigen Stärke antworten“, sagte er.
„Inakzeptabel“
Staatspräsident Rumen Radew, der sich zur Klimakonferenz in Ägypten aufhielt, sprach von einem beispiellosen Fall, der „äußerst gefährlich und inakzeptabel“ sei. Er erwarte, dass der türkische Botschafter in Sofia ins Außenministerium bestellt werde.
259 Kilometer lange Grenze mit Drahtzaun geschützt
Die auf dem Festland 259 Kilometer lange bulgarische EU-Außengrenze zur Türkei wird seit 2014 teilweise und seit 2017 komplett durch einen Drahtzaun geschützt und mit Wärmebildkameras überwacht. Doch Schleuser öffnen immer wieder Löcher, damit Migranten die Grenze illegal passieren können, ohne an den offiziellen Übergängen registriert zu werden. In Bulgarien ist die Zahl der versuchten Grenzübertritte in diesem Jahr sprunghaft angestiegen.
Verteidigungsminister fordert nun Betonmauer
Obwohl die bulgarische Grenzpolizei von 350 Soldaten sowie Armeefahrzeugen unterstützt wird, forderte Verteidigungsminister Dimitar Stojanow einen besseren Schutz der Grenze zur Türkei - etwa durch eine Betonmauer. „Der Grenzzaun zur Türkei hat Löcher, er ist unzuverlässig“, sagte er im Privatsender bTV.







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