Der Wiener Männergesang-Verein ist ein Stück lebende Geschichte. 1843 gegründet, hat der Chor schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Jetzt sucht man dringend Nachwuchs - auch wegen Corona.
War es einst ein Privileg, Mitglied im Wiener Männergesang-Verein zu sein, hat die ehrwürdige Herrenrunde mittlerweile ein Nachwuchsproblem. Nur mehr 31 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Zum Vergleich: In seinen Glanzzeiten waren es über 500 Männer in acht Chören.
Viele Mitglieder durch Corona verloren
„Derzeit können wir eigentlich nur auftreten, da wir von zwei Damen als Tenörinnen verstärkt werden“, berichtet Obmann Wilfried Mandl und ergänzt, „durch Corona haben wir leider einige Mitglieder verloren - manche sind verstorben, andere leiden noch immer an den Folgen der Erkrankung. Mit Long Covid ist das Singen einfach nicht mehr möglich.“
Aufgegeben wird nicht
Doch aufgeben kommt für den stolzen Verein nicht infrage. Zu oft hatte man in der langen Geschichte schon Probleme und sich dennoch immer wieder aufgerappelt. So hatte der einst auch weltlich reiche Verein das gesamte Vermögen Kaiser Karl für seine Kriegskasse geborgt.
Wir würden uns über junge Verstärkung freuen. Denn alt sind wir ja selbst.
Männergesang-Verein Obmann Wilfried Mandl
„Leider hat er die entscheidende Schlacht verloren und wir waren auf einen Schlag verarmt. Im Endeffekt blieben uns nur die Räume im Musikverein, an dessen Aufbau wir auch tatkräftig mitgeholfen haben“, überfliegt Mandl die Geschichte.
Wer kann mitmachen?
Jetzt will der ehrwürdige Verein wieder einmal neu durchstarten und sucht daher Verstärkung für den Chor. Monatlich lädt der Verein jetzt zum Casting in den Räumen. Wer kann mitmachen? „Wir würden uns über junge Verstärkung freuen. Denn alt sind wir ja selbst“, schmunzelt Mandl.
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