In diesem Atelier spürt man die Liebe zu Farbe und Pinsel ganz besonders: In der Gmundner Kunstwerkstatt in Oberösterreich sind ausschließlich beeinträchtigte Künstler aus der Umgebung beschäftigt. Die „OÖ-Krone“ hat die besonderen Talente besucht und ihnen bei der Arbeit an ihren Werken über die Schulter geschaut.
Aufregung liegt in der Luft, als die „Krone“ zu Besuch ins Atelier der Lebenshilfe in Gmunden kommt. Viele der beeinträchtigten Künstler zeigen gerne, was sie können: „Malen macht mich lustig!“, präsentiert etwa Margarete Bamberger stolz ihre Farbstiftkreation. Ihr Sitznachbar Andreas Krötzl ist vertieft in seine Arbeit an einem abstrakten Werk - eine Woche lang sitzt er oft an einem einzigen Bild. Auf Porträts spezialisiert hat sich wiederum Franz K., der am liebsten mit Pastellkreiden arbeitet und satte Farbkombinationen zu Papier bringt.
„Malen, was denn sonst?“
Wie seine acht Kollegen in der Kunstwerkstatt ist er bei der Lebenshilfe Oberösterreich beschäftigt und kommt immer von Montag bis Freitag ins Atelier. Was er am Wochenende macht? „Na, malen, was denn sonst? Sonst komme ich doch aus der Übung!“
Ausstellung „Sichtwechsel“ war großer Erfolg
„Es ist ein normaler Beruf mit fixen Zeiten, dem unsere Künstler nachgehen, und da wird dann auch diszipliniert gearbeitet“, so Sarah Schindelar, die die Kunstwerkstatt leitet, viel organisiert und gemeinsam mit der zweiten Mitarbeiterin Sylvia Vorwagner vielfältige Wege findet, um die Kunst nach außen zu tragen. Ein großer Erfolg war etwa kürzlich die Ausstellung „Sichtwechsel“ im Schlossmuseum Linz, an der mehrere Kreative aus Gmunden beteiligt waren.
30-jähriges Bestehen
Außerdem feierte man heuer 30-jähriges Bestehen - die Kunstwerkstatt war damals von Ferdinand Reisenbichler aufgebaut worden, der heuer in Pension ging. Das Interesse an Kunst von beeinträchtigen Menschen ist jedenfalls groß: „Es gibt viele Liebhaber dieser Kunst, und seit Diversität in den Vordergrund rückt, wird es normaler, dass auch in der Kunstszene Leute mit Beeinträchtigung mitwirken.“
Trotz der hohen Produktivität der Künstler bleibt ihnen auch noch Zeit zum Kuscheln und Lachen: „Wir sind beste Freundinnen“, stellen etwa Sophie Beisskammer und Elisabeth Kumpfhuber klar und umarmen sich. Letztere ist das Urgestein der Gruppe. Ihre besten Werke entstehen bei Schlagermusik, am liebsten hat sie Lieder von Helene Fischer: „Da werd’ ich richtig motiviert!“









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