Stürmer-Coup

Dario Tadic: „Im Endeffekt hat Rapid Pech gehabt“

Fußball National
15.10.2022 07:02

Er trifft und trifft und trifft. Einerseits weil Hartberg das System umgestellt hat, andererseits weil Dario Tadic mit Rene Kriwak, dem Leihspieler von Ligakonkurrent Rapid, ein kongenialer Partner zur Seite gestellt wurde. „Im Endeffekt hat Rapid ein Pech gehabt“, betitelte das Hartberg-Urgestein im Gespräch mit sportkrone.at den Coup.

Vor allem, da den Grün-Weißen ein echter Knipser fehlt. „Er hat einfach Qualität und in der Situation, in der sich Rapid gerade befindet, würde Rene (Kriwak, Anm.) wahrscheinlich guttun. Aber für den Rapid-Kader sind andere zuständig“, ist Tadic froh, mit dem 23-Jährigen zumindest für die heurige Saison, in Hartberg spielen zu können.

Kongeniales Duo
Seit der Systemumstellung auf ein 3-4-1-2 stehen die zwei Stürmer zusammen in der Startelf. In den letzten beiden Partien trafen sie jeweils. Doch wieso passt das Duo Tadic/Kriwak so gut zusammen? „Ich habe keine Ahnung, ehrlich gesagt“, lachte er: „Wir harmonieren einfach, verstehen uns am Platz gut.“

„Er weiß einfach, wo das Tor steht, hat einen super Riecher und mit seiner Größe kann er eigentlich jeder Verteidigung wehtun und Probleme machen“, adelt er seinen Partner, weiß aber auch: „Er muss schauen, dass er seinen Körper noch eine Spur besser einsetzt.“

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"Ich habe mit einem Bier mit dem Mario (Sonnleitner, Anm.) angestoßen. Der ein oder andere hat ein bisschen mehr getrunken ..."

Hartbergs Tormaschine Dario TADIC

„Ein interessantes Phänomen“
Dabei war es für Tadic (erneut) zum Saisonstart schwierig, hatte er doch nur einen Platz auf der Bank. „Es ist ein interessantes Phänomen, aber es ist eigentlich gefühlt jedes Jahr so, dass - vor allem medial - eine Geschichte daraus gemacht wird, dass wir unbedingt einen Stürmer brauchen, uns vorne verstärken müssen.“

Und so setzte sich der 32-Jährige auch heuer wieder durch, führt vereinsintern die Schützenliste an. Mit drei Toren in den letzten drei Spielen bewies er, dass er auch weiterhin wichtig für die Mannschaft ist, strotzt derzeit nur so vor Selbstvertrauen.

Mentalitätsmonster & Kritiker
Das andauernde Durchsetzen liege allerdings auch an seiner Einstellung - so nahm er die Bezeichnung „Mentalitätsmonster“ dankend an. „Es spricht schon von einer guten mentalen Stärke, dass ich - als auch diesen Sommer nicht wirklich auf mich gebaut worden ist - wieder zurückgekommen. Ich habe immer ein sehr hohes Vertrauen in mich selber, bin aber zugleich auch mein größter Kritiker.“

Zu kritisieren hat der im heutigen Bosnien und Herzegowina geborene Stürmer derzeit wenig. Lediglich zwei Treffer fehlen auf die Spitzenmarke (sieben) von Marin Ljubicic (LASK) und Markus Pink (Austria Klagenfurt). Chancen auf den Titel rechnet er sich allerdings keine aus. „Es wäre ein positiver Nebeneffekt, kein ultimatives Ziel“, so Tadic, der dafür in der Saison 2017/18 im ÖFB-Cup am öftesten (fünf Mal) einnetzte.

„Für ein paar 1000 Euro mehr mache ich nichts Exotisches“
Seine Bestmarke stellte er in der Saison 2019/20 auf. 19 Mal bugsierte er das Runde ins Eckige. Lediglich Shon Weissmann (30) und Patson Daka (24) waren damals treffsicherer. Für einen Anruf vom ehemaligen Teamchef Franco Foda reichte es dennoch nicht. „Das Nationalteam ist natürlich ein sehr, sehr großer Brocken und wäre natürlich auch eine Riesen-Ehre. Man muss aber beim Teamchef ins Spielsystem reinpassen und wenn der auf Stürmer, die auf der ganzen Welt kicken, zurückgreifen kann, dann nimmt man wohl eher einen Legionär, bevor man auf einen aus der österreichischen Liga zurückgreift“, nimmt es der ehemalige ÖFB-Juniorenteamkicker pragmatisch, für den ein Lehrgang „ein Traum“ gewesen wäre.

Das Nationalteam sei das „um und auf, das man in einer Fußballkarriere erreichen kann“, mit seinem Alter und dem derzeitigen Umbruch („da sind gefühlt zu 90% Legionäre bzw. sehr viele Spieler aus Salzburg“) sei eine Einberufung allerdings „nicht mehr realistisch“. Ebenso wie eine Station im Ausland: „Das reizt mich natürlich schon aber für ein paar 1000 Euro mehr mache ich nicht irgendetwas Exotisches.“

Gespräche laufen
So müssten für seine erste Station als Legionär „mehrere Faktoren zusammenpassen“, vor allem, da der Strafraumstürmer in Hartberg sesshaft geworden ist: „Ich habe hier meine Familie, meine Freunde, mein Haus gebaut. Ich habe jetzt einen kleinen Buben, der geht in den Kindergarten, der hat dort seine Freunde.“ Es müsse ein „top, top Angebot - finanziell sowie auch die perspektivisch“ - sein.

Er präferiert weiterhin die Steiermark: „Es hat schon mit dem Erich (Korherr, Sportlicher Leiter und Obmann von Hartberg, Anm.) vor kurzem ein Gespräch gegeben, bezüglich meiner Zukunft. Von meiner Seite würde ich gerne noch weiterkicken, meinen Vertrag verlängern.“

Lustige Busfahrt vorprogrammiert
Nun steht aber das Auswärtsspiel gegen Altach vor der Brust. Im Heimspiel gab’s einen 2:1-Sieg. Tadic kam damals von der Bank, legte das zwischenzeitliche 2:0 auf. Danach wartet Tirol. „Das sind Gegner, die unsere Kragenweite, direkte Konkurrenten sind und da ist es sehr wichtig, dass wir punkten. „Vor allem wäre es nicht schlecht, wenn wir nicht nur um den elften Platz herumgurken, sondern ein bisschen höher platziert sind.“

Zuletzt gab’s allerdings einen überraschenden 3:0-Auswärtssieg gegen den LASK - und das prompt an Mario Sonnleitners 36. Geburtstag. Eine lustige Heimfahrt war also vorprogrammiert: „Ich habe mit einem Bier mit dem Mario angestoßen. Der ein oder andere hat ein bisschen mehr getrunken ..."

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(Bild: KMM)



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