Drei von vier Oberösterreichern fühlen sich wegen häufiger Hitzewellen schlecht. Doch die Klimakrise löst auch innerlichen Stress aus. Warum das so ist, darüber sprachen Experten am Dienstag beim oö. Klimagipfel in Linz.
Der kühle und nasse September lässt die Erinnerung verblassen: Der Sommer 2022 war laut ZAMG der viertwärmste seit Messbeginn im Jahr 1767. Dürre und Hitzewellen werden zur Gewohnheit – und diese Klimakrise verursacht innerlichen Stress: Angst vor Überflutungen, Schuldgefühle wegen des letzten Urlaubsfluges, Wut über die Untätigkeit der Regierungen – immer mehr Menschen fühlen den emotionalen Druck des Klimawandels.
„Bündel an Emotionen“
Das ist zumindest die These der Sprecherin der Psychologists and Psychotherapists for Future, Katharina van Bronswijk, die zu genau diesem Thema beim gestrigen oö. Klimagipfel im Linzer Lentos sprach. „Wir begegnen der ökologischen Krise mit einem ganzen Bündel an Emotionen. Und das ist gut so“, sagt die Psychotherapeutin.
Im Buch „Klima im Kopf“ erklärt sie, welchen Einfluss die Klimakrise auf unsere psychische Gesundheit hat, welche mentalen Hürden wir auf dem Weg zu mehr Klimaschutz überwinden müssen - und wie wir unsere Emotionen als Antrieb für gesellschaftliche Veränderung nutzen können.
Angst ist gesund
„Angst, Trauer und Wut sind gesunde Reaktionen auf essenzielle Bedrohungen wie Klimawandel und Massenaussterben. Wir brauchen sie, um Motivation für Veränderung zu entwickeln und gesellschaftliche Normen zu hinterfragen“, sagt die Expertin.
In der Energie-Politik sollten einige politische Akteure sich aus ihrer Schockstarre lösen und vernünftige Entscheidungen treffen.
Stefan Kaineder (Grüne), Umweltlandesrat
Aber nicht nur psychisch wirkt sich die Klimakrise aus: In einer für Oberösterreich repräsentativen SORA-Umfrage des Umweltressorts geben 77 Prozent der Befragten an, dass die vermehrten Hitzewellen das körperliche Wohlbefinden „sehr“ bzw. „ziemlich“ beeinträchtigen. Für Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) ein untrügliches Signal: „Die Menschen wollen mehr Windkraft und Photovoltaik.“










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