Die Arbeiterkammer Oberösterreich erkämpfte im Vorjahr 309.000 Euro für diskriminierte Arbeitnehmer. Darunter fällt auch sexuelle Belästigung. Wichtig: Hilft der Arbeitgeber nicht, muss er auch blechen.
Von wegen #MeToo hat alles verändert: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist für die Beratung der AK Oberösterreich nach wie vor ein Dauerthema. „Im Rahmen der Fürsorgepflicht ist der Arbeitgeber verpflichtet, Betroffenen zu helfen. Tut er das nicht, wird neben dem Täter auch er schadenersatzpflichtig. Und zwar in der Höhe von mindestens 1000 Euro“, so Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl.
Vor allem Frauen betroffen
Für diskriminierte Arbeitnehmer, dazu gehören auch Fälle sexueller Belästigung, konnten die AK-Experten im vergangenen Jahr rund 309.000 Euro an Nachzahlungen erkämpfen. Der überwiegende Großteil, nämlich rund 87 Prozent der diskriminierten Personen, waren Frauen. Um die Wahrnehmung zu schärfen, präsentiert die AK zwei aktuelle Fälle. Sie zeigen drastisch, dass in vielen Betrieben für die Thematik der sexualisierten Gewalt kaum Sensibilität besteht.
Chef entschuldigte sich
Das schlage sich häufig in einer deftigen Gesprächskultur und bei den Umgangsformen nieder. Eine junge Frau wollte sich als Kellnerin geringfügig Geld dazuverdienen. Während der Arbeit wurde sie von ihrem Vorgesetzten durch einen Schlag mit einer Zeitung auf ihr Gesäß sexuell belästigt. Mit Hilfe der AK konnte sie eine Schadenersatzzahlung von 1000 Euro geltend machen. Der Chef entschuldigte sich zudem, da ihm klar geworden war, dass sein Verhalten eine klare Grenzüberschreitung war.
Sexueller Übergriff
In einem Handelsbetrieb im Zentralraum war ein sexistisches Arbeitsklima an der Tagesordnung. Bei einer Beschäftigten blieb es nicht bei verbalen Übergriffen. Der Vorgesetzte griff der Frau in Anwesenheit eines anderen Arbeitskollegen von hinten auf beide Brüste und machte dabei abwertende Bemerkungen. Der Belästiger musste schließlich im Rahmen eines Vergleichs eine Schadenersatzzahlung in der Höhe von 2500 Euro zahlen.










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