Sozialverein berichtet

Kein Platz im Pflegeheim: „Das ist heute Alltag!“

Tirol
12.09.2022 08:00

Gesperrte Pflegebetten, weil das Personal fehlt. Der Obmann des Sozialvereins im Tiroler Thaur kennt das Problem nur zu gut. Er fürchtet einen Systemkollaps und erzählt, wie der Verein als „Feuerwehr“ fungiert. 

Im Sozialverein Thaur geht den Mitgliedern die Arbeit nicht aus. Im Gegenteil! „Die Zahl der Anfragen steigt stark“, bestätigt Obmann Romed Giner. Zum Großteil geht es ums Thema Pflege und Betreuung im Alter. „Es fehlt an Heimplätzen und an Unterstützung daheim“, sagt Giner. Alltäglich sei man mittlerweile mit der Situation konfrontiert, dass Heime trotz vorhandener Betten Senioren nicht nehmen können. „Es fehlt schlicht an Personal“, kann Giner nur bestätigen, was Vertreter der Berufsgruppe seit Jahren vorausgesagt haben.

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Ich kenne viele Pflegekräfte. Die leisten in den Institutionen Übermenschliches. Aber es geht ihnen die Kraft aus.

Romed Giner

Pflegereformen „nur Tropfen auf den heißen Stein“
Land und Bund haben nun Pflegereformen auf den Weg gebracht, um einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern. „Die Maßnahmen sind nur Tropfen auf den heißen Stein“, ist der Sozialverein-Obmann überzeugt: „Ich kenne viele Pflegekräfte. Die leisten in den Institutionen Übermenschliches. Aber es geht ihnen die Kraft aus. Kaum jemand würde den Beruf unter den jetzigen Bedingungen noch einmal wählen.“

Sozialverein springt ein, wenn es brennt
Den Sozialverein Thaur bezeichnet Giner als Feuerwehr, als Schaltstelle zwischen Heimen, Krankenhäusern, Ämtern und den Familien. Eine Einrichtung, die er jeder Gemeinde empfehlen würde. Sogar eine Krankenschwester hat der Verein angestellt. „Damit wir schnell helfen können.“ Kleine, flexible Strukturen – daran fehlt es laut Giner im Land: „Die Familien finden oft keine Hilfe, weil sie mit den komplizierten Netzwerken in den großen Organisationen überfordert sind.“

Was tun, um Pflege in Zukunft zu sichern? Giner muss nicht lange überlegen: „Es braucht mehr mobile Dienste, die in den Dörfern verankert sind. Und es braucht neben Altenheimen viel mehr betreutes Wohnen. Das entlastet Heime und lässt Senioren ihre Autonomie.“

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