Frist verlängert

Nord Stream 2 wendet Insolvenz erneut ab

Ausland
08.09.2022 09:59

Die Eigentümergesellschaft der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist erneut knapp an der Insolvenz vorbeigeschrammt. Das Unternehmen mit Sitz im Schweizer Ort zug hat einen weiteren Aufschub für die Tilgung seiner Schulden bekommen. Die nächste Deadline ist nun der 10. Jänner 2023.

Bei einer Nachlassstundung gewährt ein Gericht nach Angaben von Rechtsanwälten einem Unternehmen mit Zahlungsschwierigkeiten zunächst eine provisorische Stundung. Das Gericht erlasse gleichzeitig Maßnahmen, um den Erhalt von noch vorhandenem Vermögen sicherzustellen. Mithilfe des Sachwalters sollen die Aussichten auf einen Nachlassvertrag geprüft werden. Im Mai dieses Jahres hatte das Gericht erstmals eine provisorische Nachlassstundung gewährt, die bis zum 10. September galt. Nun wurde diese Frist um weitere vier Monate verlängert.

Massenkündigung bei Nord Stream 2
Die Schweizer Volkswirtschaftsbehörde hatte schon Anfang März von massiven Zahlungsschwierigkeiten infolge der gegen Nord Stream 2 verhängten Sanktionen und von einem bevorstehenden „Konkurs“ gesprochen. Die gut 100 Mitarbeiter in Zug wurden zu dem Zeitpunkt entlassen.

Nord Stream 2 gehört dem staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom. Das elf Milliarden Dollar Euro schwere Projekt war aber zur Hälfte von den Energie- und Ölriesen Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall DEA finanziert worden. Russland wollte mit der 1230 Kilometer langen Pipeline durch die Ostsee die Kapazität der Erdgas-Lieferungen nach Deutschland verdoppeln. Nord Stream 2 ist fertig, die deutsche Regierung hatte aber die Inbetriebnahme wegen des russischen Überfalls auf die Ukraine auf Eis gelegt.

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