Wandert Personal ab?

Luxussegment garantiert nicht für Superwinter

Salzburg
05.09.2022 06:00
Nicht nur Stammgäste und ihre Treue lassen in Salzburg auf eine gute Schneesaison hoffen. Ein Tourismusexperte ortet Problemzonen.

Stammgäste sind die ersten, die wieder kommen. Auf diese Maxime setzen Österreichs Hoteliers – auch im kommenden Winter. Das bestätigt zudem Werner Taurer. Der Kärntner ist Tourismusforscher- und Berater in der Hotellerie. „Österreichs Stammgäste wollen ihren gewohnten Winterurlaub auch heuer machen“, erklärt Taurer.

Die Unsicherheit am Markt sei aber da. Die Sorge um den Gast ist aufgrund der Teuerung in Österreich entbrannt. Denn auch die Gäste kämpfen zuhause mit den steigenden Lebenserhaltungskosten. Vor allem der britische Gast dürfte mit hohen Preisen daheim und am Urlaubsort aufgrund der Nachwehen des Brexit stärker zu kämpfen haben als andere Winterurlauber.

„Die höherpreisigen Kategorien treffen die aktuellen Entwicklungen kaum, die niedrigeren Preissegmente könnten aber ins Taumeln geraten“, erklärt Taurer. Für den kommenden Winter sieht der Experte darin noch keine große Gefahr. „Mittel- bis langfristig wird das zu einem Problem werden.“

In dasselbe Horn bläst auch Erich Egger, Sprecher der Salzburger Seilbahnen: „Wir sehen, dass die Buchungsanfragen für das Vier-Stern-Segment und darüber hinaus sehr gut sind. Bei billigeren Appartements etwa ist das nicht der Fall.“ Das sei an sich noch kein Problem, es vergehen ja bis zum Saisonstart noch einige Wochen. Aber eine Entwicklung stimmt Egger nachdenklich: „Das Preisgefüge im Wintertourismus ist durch die hohe Inflation durcheinander gekommen.“

Die Teuerung und die Preisanpassungen am Lift und in den Hotels sind das eine. Das andere ist das riesige Problemfeld der Mitarbeiter. Sie fehlen an allen Ecken und Enden, vor allem aber im klassischen Dienstleistungsgewerbe Tourismus. Trotz steigender Gehälter. Bekamen Abwäscher, Stubenmädchen oder Hausmeister vor der Pandemie 1300 Euro netto pro Monat, sind es jetzt 1600 Euro. „Das Fehlen von Personal kann zum gewaltigen Wettbewerbsnachteil werden“, erklärt Tourismusforscher Taurer. Werden Ruhetage in Betrieben in den Skiorten wegen Personalmangels mehr wie bisher, wird der Gast sich bald andernorts umschauen. Und er wird fündig werden. In Südtirol oder in der Schweiz.

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