27.07.2022 12:49 |

Strikte Hausordnung

Im neuen ORF-Newsroom tobt Kaffeemaschinen-Streit

Kurz nach dem Umzug der ORF-Redaktionen in ihren neuen „multimedialen Newsroom“ ist dort ein heftiger Disput um das liebste Aufputschgetränk der Österreicher entbrannt: den Kaffee. Dass diesen manche Redakteure, im krassen Widerspruch zur Hausordnung, mit privaten Kaffeemaschinen am Arbeitsplatz zubereiten, sei weder zulässig noch geduldet, hieß es in einem Schreiben des Sicherheitsverantwortlichen. Er fordert die Entfernung der Maschinen. Doch die Chefredakteure protestieren …

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Kurz nach dem Einzug in den neuen multimedialen Newsroom, in dem der ORF seine Redaktionen aus den Bereichen Radio, TV und Online bündelt, erhielt die Belegschaft eine E-Mail von ORF-Sicherheitschef Pius Strobl.

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Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass die derzeit gehandhabte Aufstellung von Kaffeemaschinen in Arbeitsbereichen des Multimedialen Newsrooms außerhalb der Teeküchen nicht zulässig ist,

Schreiben von ORF-Sicherheitschef Pius Strobl

„Aus gegebenem Anlass weise ich darauf hin, dass die derzeit gehandhabte Aufstellung von Kaffeemaschinen in Arbeitsbereichen des Multimedialen Newsrooms außerhalb der Teeküchen nicht zulässig ist und insbesondere private Maschinen sofort abgebaut werden müssen“, zitiert der „Kurier“ aus Strobls Rundschreiben.

„Finanziell gestützte Kaffeemaschinen“ vorhanden
Geräte mit ORF-Inventarnummer würden eingezogen, private Geräte müssten abgebaut werden, hieß es mit Verweis auf die Hausordnung. Als Alternative stünden „finanziell gestützte Kaffeemaschinen in den Teeküchen“. Diese müssen zur Befriedigung der Kaffeegelüste ausreichen. „Zusätzlicher Ankauf von Kaffeekapseln oder -bohnen auf Kosten des ORF ist weder vorgesehen noch zulässig.“ In der Belegschaft machte sich Strobl mit seinem Kaffeemaschinen-Bann am Arbeitsplatz freilich wenig Freunde.

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Wir ersuchen dringend, diese privaten Kaffeemaschinen vorerst dort zu belassen, wo sie sind. Sie einfach zu entfernen, entspricht sicher nicht dem Geist professionellen und sozial kompetenten Handelns.

Antwortschreiben der Chefredakteure

Antwort der Chefredakteure Hannes Aigelsreiter, Christian Staudinger und Matthias Schrom: „Wir ersuchen dringend, diese privaten Kaffeemaschinen vorerst dort zu belassen, wo sie sind. Sie einfach zu entfernen, entspricht sicher nicht dem Geist professionellen und sozial kompetenten Handelns.“ Sie stellen für Anfang August eine „gute Lösung“ in Aussicht. Strobl kontert: „Die Missachtung der geltenden Hausordnung und der Sicherheitsvorgaben ist also im Umkehrschluss eine ‚professionelle Handlung‘?“

Bilderstrecke: So sieht es im neuen ORF-Newsroom aus

Galgenfrist gewährt - sie läuft noch bis 5. August
Eine Galgenfrist gewährte Strobl schließlich doch. Die inoffiziellen Kaffeemaschinen dürften, sofern seitens der Geschäftsführung keine andere Weisung erteilt werde, noch bis 5. August 2022, 16 Uhr, in den Teeküchen bleiben - „unter der Annahme, dass die Chefredakteure auch die Haftung dafür übernehmen und mit dem Hinweis, dass das Reinigungspersonal weder entstehende Verunreinigungen noch damit zusammenhängende Abfälle beseitigen wird.“

Der Zwist ums Aufgebrühte zog ORF-intern weite Kreise. Zumindest einem Unterstützer des Verbleibs der Maschinen wurde die Diskussion schließlich zu bunt. Chefredakteur Schrom nahm sich nach hitziger E-Mail-Debatte aus dem Spiel. Er sei der Meinung, dass die Koffeinversorgung der Belegschaft im neuen ORF-Newsroom nicht gerade das dringlichste Problem sei.

Private Kochgeräte in vielen Büros nicht gestattet
Dass die Hausordnung in Büroräumlichkeiten den Betrieb von Kochgeräten außerhalb dafür vorgesehener Teeküchen untersagt, ist kein ORF-Spezifikum, sondern - häufig mit Verweis auf den Brandschutz - in vielen Firmen gelebte Praxis. Im Brandschutzratgeber des Innenministeriums wird empfohlen: „Kochplatten, Kaffeemaschinen, Wasserkocher und ähnliches sind immer auf unbrennbarer Unterlage aufzustellen und sollten mindestens 50 Zentimeter Abstand zu brennbaren Materialien haben.“

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