Endlich Einigung

„Lachender Dritter“ wird Chef beim Rechnungshof

Oberösterreich
04.07.2022 16:20

Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte, heißt es so schön. Passt vom Prozedere her nicht ganz, aber vom Ergebnis: Die sechs Landtagsfraktionen einigten sich am Montag in einer überraschend eingeschobenen Sitzung auf den in Hearings ausgewählten externen Bewerber als Direktor des Landesrechnungshofs, nämlich den in Linz aufgewachsenen Niederösterreicher Mag. Rudolf Hoscher. Der war zuletzt beim Beratungsunternehmen PwC, davor aber auch Prüfer beim Bundesrechnungshof.

Zuvor war es zu einem langen Tauziehen zwischen Schwarz-Blau für Gmundens Bezirkshauptmann Alois Lanz und vor allem Rot-Grün für Werner Heftberger, Kompetenzbereichsleiter für Bildung, Familie und Kultur beim Landesrechnungshof, gekommen, das einige Zeit unauflösbar schien. Kurz vor der entscheidenden Landtagssitzung am Donnerstag dieser Woche konnte man sich dann doch noch einigen, nämlich auf Hoscher.


Prüforgan bleibt doch ohne Hypothek
Der Landesrechnungshof ist ein Hilfsorgan des Landtags zur Kontrolle der Landesregierung, daher wäre alles andere als Einstimmigkeit bei der Nominierung des künftigen Direktors eine Hypothek für die Zukunft geworden. Zumindest ist eine Zweidrittelmehrheit vorgeschrieben, die ÖVP und FPÖ alleine nicht mehr haben. SPÖ, Grüne und Neos haben seit langem für den Landtag einen Budgetdienst gefordert, der Expertenwissen über die Landesfinanzen beisteuert. Diese Institution werden sie nun bekommen, angesiedelt beim Rechnungshof.

Die Grünen vertrauen auf Hoscher
"Der Landesrechnungshof bekommt einen sehr guten neuen Direktor“, sagt der grüne Klubobmann Severin Mayr.. Und weiter: „Mit Rudolf Hoscher wird neuerlich ein exzellenter Fachmann an der Spitze dieser so wichtigen Kontrolleinrichtung stehen. Ein erfahrener Experte, der durch seine bisherige Arbeit auch externe Sichtweisen in die Arbeit des LRH einbringen kann. Der LRH ist von fundamentaler Bedeutung für Oberösterreich. Daher ist es für uns oberste Prämisse, dass dessen Kontrollarbeit auch unter neuer Führung nicht nur hochprofessionell, sondern auch weiter völlig unabhängig und unbeeinflusst fortgesetzt wird.“

SPÖ freut sich auf innovative Kontrolle
„Ich bin überzeugt, dass Mag. Hoscher das starke Fundament des Oö. Landesrechnungshofs innovativ weiterentwickeln kann“, sagt SPÖ-Klubchef und designierter Parteiobmann Michael Lindner: „Mit dem Erfahrungsschatz aus langjähriger Prüftätigkeit in der Privatwirtschaft und seiner Erfahrung im Bundesrechnungshof bringt er ein umfassendes Bündel aus Wissen und Kompetenz mit. Gemeinsam mit dem starken Team des Landesrechnungshofs wird es in den kommenden Jahren seine Aufgabe sein für Transparenz zu sorgen und Verbesserungspotential in den Landesstrukturen aufzuzeigen“, so Lindner.

„Herzlich willkommen“, sagen die Neos
Felix Eypeltauer, Klubobmann und Landessprecher der Neos, begrüßt die Bestellung von Mag. Rudolf Hoscher und freut sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit dem LRH: „Mit Mag. Hoscher gewinnen wir für unseren Landesrechnungshof einen Direktor mit umfangreichen Führungs- und Kontrollkompetenzen aus dem öffentlichen Bereich und vor allem der Privatwirtschaft. Wir sind zuversichtlich, dass die stetige Weiterentwicklung und qualitative Stärkung des Landesrechnungshofs als zentrales Prüforgan des Landtags so weiter in guten Händen sind. Wir freuen uns auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit im Dienst der Volksvertretung, der oberösterreichischen Bevölkerung sowie der Steuerzahler_innen und heißen Mag. Rudolf Hoscher herzlich willkommen.“

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