13.05.2022 22:45 |

Kritik an Polizei

Gewalt bei Beerdigung von Reporterin in Jerusalem

Die Trauerfeier für die getötete palästinensischen Journalistin Shireen Abu Akleh in Jerusalem ist am Freitag von gewaltsamen Szenen überschattet worden. Israelische Polizeikräfte stürmten zu Beginn die Trauerprozession, der Sarg fiel beinahe zu Boden. Sowohl die EU als auch die USA kritisierten den Einsatz der Sicherheitskräfte scharf.

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Die 51-jährige Shireen Abu Akleh gehörte zu den bekanntesten Journalistinnen des in Katar ansässigen arabischen Senders Al Jazeera. Die Palästinenserin, die auch die US-Staatsbürgerschaft besaß, war am Mittwoch bei der Berichterstattung über einen israelischen Militäreinsatz in Jenin im Norden des Westjordanlandes von einer Kugel im Kopf getroffen worden.

Unklar, von welcher Seite tödlicher Schuss fiel
Israel und die Palästinenser machten sich gegenseitig für den Tod der Journalistin verantwortlich. Später räumte Israel ein, Abu Akleh könne auch durch einen Schuss von israelischer Seite getötet worden sein. Laut einem von der israelischen Armee veröffentlichten Zwischenbericht zu den Ermittlungen „ist es nicht möglich, die Herkunft des Schusses zu bestimmen“. Abu Akleh sei entweder durch palästinensisches Streufeuer gestorben oder durch einen israelischen Scharfschützen, der militante Palästinenser ins Visier genommen habe. Israel fordert gemeinsame Ermittlungen und die Herausgabe der tödlichen Kugel für eine gerichtsmedizinische Untersuchung. Die Palästinenserbehörde lehnt dies ab.

Abu Akleh, eine palästinensische Christin, genoss in der Bevölkerung hohes Ansehen. Ihre Beerdigung in ihrer Geburtsstadt Jerusalem zog tausende Menschen an. Als ihr Sarg aus einem Krankenhaus im von Israel annektierten Ost-Teil der Stadt herausgetragen wurde, stürmten israelische Polizisten auf Menschen zu, um palästinensische Fahnen zu konfiszieren. Der Staat Israel verbietet das öffentliche Zeigen palästinensischer Flaggen.

Borrell: „Unverhältnismäßige Gewaltanwendung“
Aufnahmen des Senders Palestine TV zeigten, dass der Sarg beinahe zu Boden fiel, als die Polizisten die Menschen auseinandertrieben und nach den Fahnen griffen. Die Polizei erklärte, sie sei zum Eingreifen gezwungen gewesen, als „gewaltsame Randalierer versucht haben, den Verlauf der Beisetzung zu stören“. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell äußerte sich schockiert. „Die EU verurteilt die unverhältnismäßige Gewaltanwendung und das respektlose Verhalten der israelischen Polizei gegenüber den Teilnehmern des Trauerzuges.“

Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, sprach von „zutiefst verstörenden“ Bildern. Die USA hätten „Respekt für die Beerdigungsprozession, die Trauernden und die Familie in dieser heiklen Zeit angemahnt“. Die UNO zeigte sich angesichts der mutmaßlichen Gewalt israelischer Sicherheitskräfte bestürzt. „Wir haben gerade das Video davon gesehen und es ist einfach sehr schockierend für uns“,

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