Wegen „Flächenfraß“

Proteste gegen Ansiedlung von Amazon in Kronstorf

Kaum verdichten sich Gerüchte, dass der Bau eines Verteilzentrums von Amazon in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) bevorstehe, regen sich schon massive Proteste von grüner Seite. Für Umweltlandesrat Stefan Kaineder wäre dies „ein herber Rückschlag bei den Bemühungen den grassierenden Flächenverbrauch einzudämmen und den Boden für künftige Generationen zu schützen“. Grüne Abgeordnete verlangen von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner Aufklärung. 

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„Gestern (Mittwoch) Abend wurde bekannt, dass sich der globale Handelsriese Amazon in Oberösterreich, konkret in Kronstorf, ansiedeln möchte und es dazu sogar schon fertige Einreichpläne geben soll“, referiert Kaineder den Informationsstand: „In der rund 3.500 Einwohnerinnen und Einwohner großen Gemeinde im Unteren Ennstal sollen 87.000 Quadratmeter wertvoller Boden endgültig einer landwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden und damit Platz für Lagerhallen, LKW-Parkplätze und Andockstellen des weltweit agierenden Online-Handelsriesen geschaffen werden.“

Kaineder: „Eine denkbar schlechte Nachricht“
Der grüne Landesrat hält das für „eine denkbar schlechte Nachricht“ und erläutert das so: „Die Gegend in und um Kronstorf kann als die Kornkammer Oberösterreichs bezeichnet werden, mit großen Bodenbonitätsraten für die Landwirtschaft. Ich sehe es auch als einen Schaden für unser Land, wenn sich dort ein globaler Konzern ansiedeln möchte, der bekannt dafür ist, Steuervermeidung im großen Stil zu betreiben, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am absolut unteren Limit zu entlohnen und alle Bemühungen Gewerkschaftsvertretungen im Betrieb zu etablieren, torpediert. Dort wo jetzt unser Essen wächst, sollen dann hunderte LKWs auf einer riesigen zubetonierten Fläche Packerl durch die Gegend spazieren fahren. Allen politischen Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger, die sich für eine Ermöglichung einer solchen Betriebsansiedelung einsetzen, muss auch klar sein, dass damit unsere regionale Wirtschaft eine Schwächung erfährt und wertvolle Arbeitsplätze am Land verloren gehen werden."

Eine grüne Wiese mit Blumen
Das Argument „dort wo jetzt unser Essen wächst“ passt aber nicht ganz: Die in Frage kommende Fläche, die von der Business Upper Austria beworben wird (Infos siehe hier) ist ja bereits als Betriebsbaugebiet gewidmet und zum Teil eine grüne Wiese, auf der Blumen wachsen, als Ausgleichsfläche, zum Teil wird sie aber auch landwirtschaftlich genutzt. Siehe auch das hier beigefügte Luftbild. Grüne Abgeordnete fordern unterdessen Aufklärung von Wirtschafts- und Raumordnungslandesrat Markus Achleitner (ÖVP), was denn da wirklich geplant sei und ob tatsächlich Amazon komme.

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