19.04.2022 06:00 |

Neue Terrorwelle?

Experte: Österreich bleibt für IS ein Terrorziel

Nach der Drohung des wiedererstarkten IS vor einer Anschlagswelle in Europa analysiert der Sicherheitsexperte Dr. Nicolas Stockhammer die Gefahr für Österreich.

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Der IS hat nach dem Tod von Ex-Anführer Al-Quraishi mit Vergeltung gedroht. „Im Vertrauen auf Gott kündigen wir einen Rachefeldzug an“, so die Miliz. Der neue IS-Sprecher al-Muhajir forderte auf, wieder Anschläge in Europa zu verüben - krone.at berichtete.

Terrorexperte Dr. Nicolas Stockhammer von der Donau-Uni Krems (NÖ) analysiert für die „Krone“ die neue Lage. Der Leiter des Research Clusters „Counter-Terrorism, CVE and Intelligence“ beantwortet die wichtigsten Fragen.

  • Warum kommt die Drohung des IS gerade jetzt?
    „Der IS hat sich seit Beginn der Pandemie konsolidiert und durch die Ereignisse in Afghanistan Rückenwind erhalten. Die neue Spitze muss nun ein Lebenszeichen von sich geben“, analysiert Stockhammer.
  • Welcher Zusammenhang besteht mit dem Ukraine-Krieg?
    Einerseits kämpfen in der Ukraine Christen gegeneinander, was Dschihadisten freut. Zudem ist dort auch Tschetschenenführer Kadyrow im Einsatz, der auch auf der Seite Assads und Putins gegen den IS in Syrien gekämpft hat.
  • Wie ernst ist die Lage für Österreich
    Die aktuelle IS-Drohung sei laut dem Experten primär als Propaganda zu beurteilen. Nichtsdestotrotz sei Vorsicht geboten. Gefahrenquellen seien Dschihad-Heimkehrer, aus der Haft entlassene Extremisten oder hiesige Radikalisierte.
  • Wie hat sich die Sicherheitslage in Österreich nach dem Attentat in Wien am 2. November 2020 geändert?
    Stockhammer: „Unser Land bleibt potenziell ein attraktives Terrorziel. In Österreich haben die Sicherheitsbehörden nach dem Anschlag vom 2. November 2020 in Wien die heimische Islamistenszene jedoch auf den Kopf gestellt. Gefahr geht allenfalls von radikalisierten Einzeltätern aus.“
Gregor Brandl
Gregor Brandl
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