Nicht Alltägliches gab es kürzlich in Innsbruck zu sehen! Der denkmalgeschützte Inntalviadukt zwischen der Karwendelbrücke und dem Westbahnhof wurde eingeschoben – mittels starker hydraulischer Zylinder. Prädikat: Absolut sehenswert, wie auch das Video eindrucksvoll zeigt.
Großbaustelle herrscht seit Monaten in der Tiroler Landeshauptstadt. Die ÖBB bauen nach mehr als 110 Jahren Betriebszeit in Etappen das sogenannte Inntalviadukt zwischen der Karwendelbrücke und dem Innsbrucker Westbahnhof neu.
40 Tonnen Zugkraft pro Zylinder
Vor wenigen Tagen stand der Höhepunkt der Arbeiten in diesem Jahr bevor: Mittels starker hydraulischer Zylinder haben Fachleute den zweiten Abschnitt des denkmalgeschützten Bauwerks an seine endgültige Position eingeschoben – mit 40 Tonnen Zugkraft pro Zylinder. Die neuen Bögen wurden seitlich auf einer Verschubbahn vorgefertigt und während der noch bis 1. September laufenden Streckensperre erfolgreich in ihre endgültige Lage gebracht.
„Ein echter Meilenstein“
Das Bogentragwerk, so schwer wie 23 Taurus-Lokomotiven, legte die rund sechs Meter im Querverschub in knapp einer Stunde zurück. Laut ÖBB handle es sich um einen „echten Meilenstein“ für die Infrastruktur der Karwendelbahn.
Das Inntalviadukt ist zwar die größte, aber nicht die einzige Maßnahme, die die ÖBB 2025 auf der Karwendelstrecke umsetzen. Vielmehr wurde die gesamte Gebirgsbahn zur Baustelle. So werden etwa die Bahnsteige an den Haltestellen Leithen und Gießenbach erneuert sowie Weichen, Schienen und Schwellen neu verlegt.
Die Strecke hat Steigungen von bis zu 38 Promille, enge Kurven und ist nur schwer mit Straßenfahrzeugen erreichbar.

ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair
Bild: Christof Birbaumer
100 Personen arbeiten gleichzeitig
Eine besondere Herausforderung ist die Logistik: Die Strecke hat Steigungen von bis zu 38 Promille, enge Kurven und ist nur schwer mit Straßenfahrzeugen erreichbar. Seit Abriss der alten Viaduktbögen beim Wifi in Innsbruck Ende Juli ist zudem die Zufahrtsmöglichkeit per Bahn unterbrochen. Deshalb mussten Baumaterial, Maschinen und Geräte schon vorher mit über 250 Zugfahrten an ihren Einsatzort gebracht werden. Seitdem arbeiten bis zu 100 Personen gleichzeitig in einem engen Zeitrahmen an verschiedenen Projekten. Auch das Wetter spielt bei hochalpinen Baustellen eine entscheidende Rolle.
Acht weitere Bögen realisiert
Die ÖBB setzen ein langfristiges Sanierungskonzept um. Bereits 2022 wurde der südlichste Abschnitt erneuert. Nun folgten acht weitere Bögen, die in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt gestaltet wurden. Die neuen Betontragwerke entsprechen in ihrer äußeren Erscheinung der historischen Bausubstanz und ermöglichen gleichzeitig einen sicheren und modernen Bahnbetrieb.
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