Invasoren gnadenlos
Bürgermeister beim Verteilen von Brot erschossen
Die russischen Invasoren gehen mit zunehmender Härte gegen die ukrainische Bevölkerung vor. Nach Meldungen, wonach Zivilisten auf der Flucht erschossen worden waren, ereignete sich nun im Dort Hostomel nordwestlich von Kiew der nächste Vorfall, der als Kriegsverbrechen in die traurige Geschichte dieses Konflikts eingehen könnte. So wurden der Bürgermeister und zwei Helfer von russischen Soldaten erschossen, während sie Brot und Medikamente an die Bevölkerung verteilten, berichtete die dortige Stadtverwaltung auf Facebook.
Yuri Illich Prylypko habe gerade mit seinen Helfern Ruslanom Karpenkom und Ivan Zorya Brot und Medikamente verteilt, als russische Soldaten das Feuer eröffneten. Die Männer starben im Kugelhagel. Prylypko sei ein aufrechter Mensch gewesen und habe nie jemandem Hilfe verweigert, schreibt die Stadtverwaltung des 16.000-Einwohner-Ortes. Er sei „als Held gestorben“.
Immer wieder Ziel von Angriffen
Hostomel wurde bereits des Öfteren Ziel russischer Angriffe. Die Stadt grenzt direkt an den Antonov-Flughafen, wo sich auch die mittlerweile zerstörte Riesen-Frachtmaschine AN-225 befand. Die Russen versuchten tagelang, den Flughafen einzunehmen, auch Fallschirmjäger sollen abgesetzt worden sein. Auch über Hubschrauberangriffe wurde berichtet.
Satellitenbilder zeigen den Antonov-Flughafen vor und nach der Zerstörung. Links im Bild ist auch die Antonov AN-225 zu sehen.
Berichte über Kriegsverbrechen häufen sich
Mit der Fortdauer des Krieges häufen sich auch die Berichte mutmaßlicher Kriegsverbrechen. So sollen russische Soldaten nicht nur Frauen in ukrainischen Städten vergewaltigt haben, auch Zivilisten auf der Flucht sollen erschossen worden sein. Überprüfen lassen die diese Berichte derzeit nicht, die Lage in den Kampfgebieten ist unübersichtlich. Moskau wiederum beharrt darauf, russische Truppen griffen nur militärische Ziele an.
Internationaler Strafgerichtshof leitete Ermittlungen ein
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat bereits offizielle Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der von Russland angegriffenen Ukraine eingeleitet. Diese beziehen sich zunächst auf mögliche Verbrechen, die vor der Invasion Russlands begangen wurden, sollen aber nach Ansicht des Chefanklägers ausgeweitet werden. Auch die USA wollen mögliche Kriegsverbrechen der Russen dokumentieren. „Wir haben sehr glaubwürdige Berichte darüber“, sagte US-Außenminister Anthony Blinken am Sonntag.















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