Ilse Aichinger, die ihre Kindheit in Linz verbrachte, kreiste in ihrem literarischen Werk um die Aufgabe, Worte für das Unbegreifliche, den Krieg, zu finden. Schon im Alter von 27 Jahren etablierte sie sich mit ihrem Roman „Die größere Hoffnung“ (S. Fischer) als wichtigste Stimme der Nachkriegszeit.
Schilderung, was Krieg bedeutet
Anlässlich ihres 100. Geburtstags erschien der Briefwechsel zwischen Ilse und ihrer Zwillingsschwester Helga mit dem Titel „Ich schreib für Dich und jedes Wort aus Liebe“ (Edition Korrespondenzen, 28 €). Helga gelang es, 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu fliehen, der Rest der Familie konnte nicht mehr nachkommen. Ilse blieb bei ihrer jüdischen Mutter, die nur knapp der Deportation entging. Der Briefwechsel der Geschwister, der sich über acht Jahre zog, schildert eindringlich, was Krieg und Vertreibung für Familien bedeuten.
Aus den Archiven
Herausgeberin Nikola Herweg holte die Originale einerseits aus England, anderseits erschloss sie den Nachlass im Deutschen Literaturarchiv. Sie musste eine Auswahl treffen: „Insgesamt umfasst der Briefwechsel sieben Archivkästen“, sagt sie. Morgen Dienstag, am 8. März, präsentieren Isabella Campestrini und Sophie Pint, beide Landestheater Linz, das Buch im StifterHaus (19.30 Uhr).











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