05.03.2022 08:03 |

Rettung aus Ukraine

Hilfe aus Kärnten: Frauen & Kinder an Grenze holen

Es hätte ein friedlicher Lebensabend für die Familie Azzolini in Millstatt werden sollen. Doch das Ehepaar geriet mitten in den Ukraine-Krieg. Nach der Flucht von Larysa Azzolini aus Kiew, will ihr Ehemann (73) jetzt drei weitere Frauen und deren Kinder aus dem Kriegsgebiet retten; das Ganze mit Kärntner Hilfe.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

„Mitten in der Nacht heulten plötzlich die Sirenen“, erzählt Larysa Azzolini unter Tränen im Gespräch mit der „Krone“. Die 73-Jährige war zum Zeitpunkt des Kriegsausbruches gerade in Kiew in ihrer Wohnung, wo sie jahrelang mit ihrem Mann Benno wohnte und arbeitete. In den frühen Morgenstunden entschloss sie sich, in Richtung Westen zu flüchten. „Es war schrecklich! Überall Panzer und Raketen“, schildert die gebürtige Ukrainerin.

In der Zwischenzeit machte sich Benno Azzolini gemeinsam mit seiner Tochter auf den Weg, um seine Frau an der polnisch-ukrainischen Grenze abzuholen. „Das waren wirklich bange Stunden“, erklärt der ehemalige Geschäftsmann sichtlich gerührt.

Drei weitere Frauen mit Kinder brauchten Hilfe
Nach 4500 Kilometern wieder in Kärnten angekommen, ereilte die Familie ein Hilferuf aus der Ukraine. Drei befreundete Frauen, eine von ihnen hochschwanger, und drei Kinder befänden sich ebenfalls auf der Flucht. „Da wir sie gut kennen, muss ich sie holen“, sagt Benno Azzolini. Doch das gestaltete sich anfangs schwierig. Während sich die drei Frauen zur Grenze durchkämpften, suchte der 73-Jährige ein passendes Auto.

In der Zwischenzeit haben sich die Ereignisse in den Wirrnissen des Krieges überschlagen. Donnerstagabend platzte die Fruchtblase der Schwangeren. „Unser letzter Stand ist, dass sich alle in einer kleinen Grenzstadt aufhalten“, schildert Benno Azzolini, der sich trotz aller Unsicherheiten allein auf den Weg machen will, sobald sich die Frauen wieder melden.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Sonntag, 22. Mai 2022
Wetter Symbol
(Bild: stock.adobe.com, Krone KREATIV)