05.03.2022 07:39 |

Wehrschütz in Kiew:

Russische Soldaten schon „sehr knapp am Stadtrand“

Russische Truppen setzen nach ukrainischen Armeeangaben ihre Offensive gegen die Ukraine mit Luftunterstützung und dem Einsatz von Hochpräzisionswaffen fort. Die Hauptanstrengungen der russischen Seite bestünden darin, die Städte Kiew und Charkiw zu umzingeln, heißt es in einem in der Nacht zu Samstag veröffentlichten Bericht der ukrainischen Armee. ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz berichtet, dass erste Vorposten der Russen bereits bis an den Stadtrand Kiews vorgedrungen sein dürften. Indessen hat sich die Versorgungslage in der Ukraine „dramatisch zugespitzt.“

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Wehrschütz berichtet im Ö1-„Morgenjournal“ von Bildern eines abgeschossenen russischen Panzers in den östlichen Außenbezirken Kiews. „Das hieße, dass russische Vorposten bereits sehr knapp an den Stadtrand gekommen sind“, so der Reporter. Darüber hinaus sei es einmal mehr zu Fliegeralarm in der ukrainischen Hauptstadt gekommen. Für all jene, die noch aus der Region fliehen wollen, könnte nur noch ein kurzes Zeitfenster bestehen - laut Wehrschütz ist weiterhin nur noch die Südroute aus der Stadt geöffnet.

Die russischen Truppen versuchten zudem weiter, die administrativen Grenzen der Regionen Luhansk und Donezk zu erreichen, um so einen Landkorridor von der von Russland annektierten Halbinsel Krim zu den Separatistengebieten zu schaffen.

Mariupol steht unter „Blockade“
Die Verteidigungskräfte Kiews schlügen weiter die „feindliche Offensive“ zurück und brächten angreifenden Truppen Niederlagen bei. Die russischen Truppen hörten zudem nicht auf, Schwachstellen in der Verteidigung der Stadt Mariupol zu identifizieren, hieß es weiter. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Der strategisch wichtige Hafen von Mariupol steht nach Angaben von Bürgermeister Wadym Boitschenko nach tagelangen „rücksichtslosen“ Angriffen unter russischer „Blockade“. „Im Moment suchen wir nach Lösungen für die humanitären Probleme und nach möglichen Wegen, um Mariupol von der Blockade zu befreien“, erklärte Boitschenko am Samstag im Messengerdienst Telegram.

Wichtige Besorgungen nur unter größter Gefahr
Indessen wächst im angegriffenen Land die Sorge, dass Nahrungsmittel und Trinkwasser an einigen Orten des osteuropäischen Landes knapp werden könnten. „Die Lage für die Menschen in der Ukraine hat sich durch die erbitterten Kämpfe dramatisch zugespitzt“, sagte Martin Frick, Direktor des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Deutschland, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Die Menschen harrten in Kellern aus und könnten nur unter größter Gefahr Besorgungen machen.

Nahrungsmittel und Trinkwasser werden knapp
„Gerade aus Kiew und Charkiw erreichen uns Berichte, dass Nahrungsmittel ausgehen und Trinkwasser knapp wird“, sagte Frick. Das WFP baue seine Präsenz in der ganzen Region aus, „aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.“ Ein internationales Team sei bereits in der Ukraine und den Nachbarstaaten, um Hilfe zu koordinieren. LKWs mit 400 Tonnen Nahrungsmitteln seien aus der Türkei unterwegs.

Man plane, bis zu 300.000 Flüchtlinge mit der Hilfe zu erreichen. „Kampfhandlungen und Fluchtbewegungen im ganzen Land machen die Lage aber auch für Helferinnen und Helfer unübersichtlich“, so der Deutschland-Direktor des WFP.

UN-Sicherheitsrat tritt erneut zusammen
Der UN-Sicherheitsrat kommt am Montag erneut zu einer Dringlichkeitssitzung zum Ukraine-Krieg zusammen. Thema der von den USA und Albanien beantragten Sitzung sei die humanitäre Krise in dem Land, hieß es am Freitag (Ortszeit) aus Diplomatenkreisen. Die Sitzung soll demnach um 15 Uhr (Ortszeit New York; 21 Uhr MEZ) beginnen.

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