18.01.2022 10:12 |

Jeder 10. aggressiv

2G-Kontrollen: Ungeimpfte Kunden immer radikaler

Die Kontrolle der 2G-Nachweise, die der Handel seit rund einer Woche durchführen muss, empfindet die Branche als Belastung. Dazu komme, dass ungeimpfte Kunden immer radikaler werden, warnte der Obmann des Handelsverbandes, Rainer Will. Beschimpfungen, unerlaubtes Filmen der Angestellten - manche Verkäufer im Handel hätten sogar Angst.

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80 bis 90 Prozent der Kunden zeigen ihren Impfpass in Geschäften bereitwillig her - doch einer von zehn Kunden reagiere auf die Kontrollen emotional und aufgebracht, erklärte Will gegenüber dem Radiosender Ö3. Beschimpfungen stünden leider auf der Tagesordnung. „Es eskaliert immer mehr, weil insbesondere radikalere, ungeimpfte Kunden die Mitarbeiter belästigen, die Konfrontation suchen, mit dem Smartphone mitfilmen, das dann auf Social Media posten“, so Will.

Handelsangestellte gehen mit Angst zur Arbeit
Damit mache sich der Kunde - neben dem Verstoß gegen die Corona-Maßnahmenverordnung - auch einer Verletzung von Persönlichkeitsrechten schuldig, warnte der Verbandsobmann. Manche Mitarbeiter im Handel hätten aufgrund solcher Vorkommnisse Angst. Mit dem Bundeskriminalamt und Innenministerium sei man wegen diesem Thema bereits im Austausch.

Die Kontrollen kosten den Angestellten nicht nur Zeit, auch die Einnahmen hätten sich verringert. Die Kundenfrequenz habe durch die Kontrollen um 30 Prozent abgenommen, der Umsatz sei dementsprechend geringer, ärgerte sich Will.

Seit Beginn der strengen 2G-Kontrollen herrscht Unmut im Handel, der für diese Maßnahmen in die Pflicht genommen wurde. Viele Angestellte - vor allem in Baumärkten, würden sich daher nicht in die Arbeit trauen, berichtete die Vorsitzende der Gewerkschaft gpa, Barbara Teiber, bereits vor ein paar Tagen. Dass nicht alle Kunden die 2G-Regel einsehen wollen, bestätigte sich kürzlich auch bei einem „Krone“-Lokalaugenschein.

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