14.01.2022 06:00 |

Reparatur-Bonus fix:

Mit einer 200-Euro-Prämie gegen den Elektromüll

Kampf gegen Ressourcenverschwendung! Denn bald gibt es eine Ökoprämie, wenn Elektrogeräte repariert statt weggeworfen werden. In Wien wurde das Erfolgsmodell erfolgreich erprobt.

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Mehr als 32.000 Haushaltsgeräte - vom Toaster über das Radio bis hin zu Handys, Kühlschränken und Geschirrspülern - wurden einer Reparatur zugeführt, seit die Stadt Wien 2020 erstmals 100-Euro-Bons pro Gerät bezahlte. Damit konnten mehr als 300 Tonnen Elektroschrott und fast dreimal so viel Kohlendioxid eingespart werden. Bedarf, Bedürfnis und Ökobewusstsein der Konsumenten sind aber in der Bundeshauptstadt so groß, dass der Fördertopf momentan ausgeschöpft ist.

„Eine Weiterführung der weltweit populären Aktion ist fix geplant - jedoch abhängig von der Einführung des bundesweit geplanten Reparaturbons. Wir wollen da Doppelgleisigkeiten verhindern“, versichert SPÖ-Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

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Alles, was hilft, wertvolle Ressourcen zu retten und Müllberge zu verringern, ist begrüßenswert. Aber auch Hersteller müssen ihren Beitrag leisten!

Alex Egit, Chef von Greenpeace Zentral- und Osteuropa

Gebannt warten daher sowohl Kunden als auch Konsumentenschützer auf den großen Wurf des Umweltministeriums. Dieser kommt ab März. Ab dann soll es für alle, die ihre kaputten Elektrogeräte instand setzen lassen wollen, besagten Reparaturbonus geben. Er deckt bis zu 50 Prozent der Kosten ab. „Insgesamt stehen für die Ressourcenschonung bis 2026 130 Millionen Euro zur Verfügung“, so Öko-Ministerin Leonore Gewessler. Ihre Zusicherung: dass alle Interessierten per Mausklick auf einer eigenen Homepage den Bonus werden beantragen können.

Neues Produkt kann oft energieeffizienter sein
Die technische Basis dafür wird gerade aufgesetzt. Nach dem Antrag bekommen umweltbewusste Konsumenten einen Code, den sie ausdrucken oder aufs Handy laden können. Damit geht man dann zum Betrieb und spart automatisch die Hälfte der Reparaturkosten bis zu maximal 200 Euro. Der beauftragte Händler bekommt den Restbetrag vom Ministerium erstattet.

Im Netz wird es auch eine Übersicht geben, mittels der der jeweilige Elektrospezialist der Umgebung lokalisiert werden kann. Umweltschützern und heimischen EU-Mandataren wie Dr. Sidl ist das nicht genug: Sie verlangen von Herstellern eine Reparaturgarantie!

200 Euro Bonus

Den 200 Euro Bonus gibt es bald für alle, die ihre alten Elektrogeräte reparieren lassen wollen. Er deckt bis zu 50 Prozent der Reparaturkosten. Gesamt stehen dafür 130 Millionen Euro zur Verfügung.

Aus Wirtschaftskreisen kommt allerdings auch der Einwand, dass es oft ökologischer sei, Geräte deutlich älteren Baujahres durch neue zu ersetzen, die energieeffizienter surren. Vorschlag aus Deutschland: Schon auf der Verpackung soll per Ampel erkennbar sein, wie gut ein Produkt wieder zum Funktionieren gebracht werden könne.

35.000 Monitore vor Verschrottung gerettet
In Wien wurde das Erfolgsmodell erfolgreich erprobt. „Wir schenken ausgedienten Röhren- und Flachbildschirmen sowie PC-Monitoren an unserem speziellen Standort in Wien ein neues Leben“, geben Saubermacher-Gründer Hans Roth und sein Wiener Standortleiter auf diesem Sektor, Björn Von Glahn, bekannt. Pro Jahr gelingt es ihnen so, bis zu 35.000 Geräte zu retten. Ressourcenschonung pur also. Kernpunkt des österreichweit besonderen Pilotprojekts: Bereits im Zuge der Sammlung und Übernahme wird auf sorgsame Handhabung geachtet. Experten überprüfen dann jedes Gerät auf die erforderlichen Re-Use-Kriterien. Was noch instandsetzbar ist, wird verpackt und als Gebrauchtware an interessierte Kunden weitergegeben.

Spezieller Umwelttipp: Ausgediente Computer & Co. sollten nicht im Keller und am Dachboden landen, sondern einem Recycling zugeführt werden- Gewinnung wertvoller Ressourcen inklusive. Ein weiterer Umweltpionier ist in Pyhra (NÖ) unterwegs. Denn der junge Start-up-Unternehmer Alex Hauck hat sich ganz auf Reparaturen von Waschmaschinen spezialisiert: „Oft genügt schon ein Handgriff.“

Mark Perry
Mark Perry
Stefan Steinkogler
Stefan Steinkogler
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