Corona-Chaos

Pleiten, Pech und Pannen bei Tests und Piks in OÖ

Solange es einen nicht selbst erwischt, kann man ja darüber vielleicht sogar schmunzeln. Aber den Betroffenen des Test- und Impfchaos in Oberösterreich vergeht das Lachen. So wurde ein Linzer zehn Monate in Quarantäne geschickt, eine Waizenkirchenerin bekam trotz dritter Impfung ihr Zertifikat nicht, dafür eine Linzerin eines ohne Test!

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„Das Jahr hat ja schon lustig angefangen“, meinte Romy Jakob (77) aus Linz am „Krone“-Telefon, das nach der Geschichte um ein Trauner Pärchen, das wegen eines verspäteten PCR-Tests nicht in den Flieger durfte, Sturm läutete. Auch Frau Jakob ist ein Opfer des Testchaos. Sie hätte mit ihrem Gatten am 29. Dezember eine Silvester-Busreise in die Toskana angetreten. Am 27. machte das dreifach geimpfte Paar einen PCR-Test im Linzer Design Center. Er bekam das Ergebnis am nächsten Tag, sie bis heute nicht. Die 800-Euro-Busreise hätte nur ihr Mann antreten dürfen, was er aber natürlich alleine nicht tat.

Dritten Stich zu früh bekommen
Während diese Frau ein ungewolltes Zertifikat in Händen hat, bekommt Carolina John aus Waizenkirchen keines. Und zwar keinen Impfnachweis für den Booster-Stich. Begründung von Land OÖ und AGES: Sie war ein paar Tage zu früh zur Drittimpfung gekommen. Die 48-Jährige hatte am 15. September den zweiten Stich. Sie hätte aber zumindest exakt vier Monate warten müssen. „Man sagte mir, ich solle ein Formular ausfüllen, vielleicht wird die Impfung nachgetragen. Eher nicht“, ärgert sie sich, weil sie in der Altenpflege arbeitet und das Impfzertifikat dringend braucht.

Zehn Monate lange Quarantäne
Ein Tippfehler beförderte einen Linzer in eine zehn Monate lange Quarantäne, nachdem er positiv auf Covid getestet worden war. Das Magistrat Linz entschuldigte sich und stellt einen neuen Quarantänebescheid aus. Ein Ehepaar aus Nebelberg berichtet, dass das Ergebnis des PCR-Tests, den es in der Apotheke in Rohrbach gemacht hatte, 70 Stunden und 22 Minuten später kam. „Bei einer Gültigkeit von 72 Stunden ging sich der Besuch im Altenheim bei meiner 91-jährigen Mutter nicht mehr aus“, ärgert sich Walter Altenhofer.

Mitten im Chaos steht der Impf- und Testkoordinator des Landes OÖ, Gerhard Durstberger. Er erklärt, warum gerade jetzt so viel schiefläuft.

„Krone“: Tagtäglich bekommen wir Berichte von Oberösterreichern, die entweder kein Testergebnis bekamen oder zu spät. Warum ist das so?
Gerhard Durstberger: Aktuell gehen die Fallzahlen bei den positiven Proben wieder stark in die Höhe. Und das ist der Hauptgrund für die Verzögerung.

Bitte um Erklärung.
Es werden in der Regel jeweils zehn Proben gleichzeitig analysiert. Sind alle negativ, werden alle zeitgleich verworfen. Schlägt dieses Sample aber positiv an, müssen alle zehn Einzelproben extra analysiert werden. Und je mehr solche Zehner-Proben positiv sind, desto öfter sind Einzelüberprüfungen nötig.

Kann man dagegen eigentlich etwas tun?
Es wurde jetzt das System auf Fünfer-Sammelproben umgestellt. Dann geht es, wenn es nötig ist, bei der Einzelauswertung schneller. Davon erhoffen wir uns, dass die Leute schneller ihr Ergebnis bekommen.

Das Testen ist eine Sache, das Impfen die andere - hier stockt es .
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, heißt es. Aber wir haben auch immer wieder positive Ausreißer, wie einen Tag mit rund 2000 Erststichen. Jetzt haben wir alle, die jemals einen Impftermin gemacht haben, per Mail angeschrieben und an den Drittstich erinnert.

Auch jene, die schon die Booster-Impfung haben?
Ja, weil wir die Daten, ob jemand auch wirklich impfen war, nicht miteinander verbinden können.

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