09.01.2022 14:54 |

Stadtchef unter Druck

900 Tote warten in Palermo auf die Bestattung

In der sizilianischen Hauptstadt Palermo ist die Diskussion um überfüllte Friedhöfe wegen der Coronavius-Pandemie wieder aufgeflammt und hat Bürgermeister Leoluca Orlando in die Bredouille gebracht. Weil dort 900 Särge seit Monaten auf die Einäscherung warten, sind Ermittlungen gegen das Stadtoberhaupt aufgenommen worden, wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ berichtet.

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Seit Wochen reihen sich Medienberichten zufolge Särge, die für eine Bestattung oder Einäscherung vorgesehen sind, auf dem Friedhof Santa Maria dei Rotoli, dem Hauptfriedhof der Stadt. Sie stapeln sich in einem Lagerraum, lagern in zwei Zelten (Bild unten) oder stehen überhaupt völlig ungeschützt im Freien. Oft dauert es Monate, bis eine Beerdigung schließlich stattfinden kann.

Die öffentliche Gesundheit sei in Gefahr. Wildschweine wurden unweit der aufgestapelten Särge fotografiert. Der Ofen des Krematoriums der Stadt ist bereits seit Monaten außer Betrieb. Der Erzbischof der Inselhauptstadt, Corrado Lorefice, protestierte, weil Personen ihre verstorbenen Angehörigen nicht einäschern können.

Bischof: „Palermo braucht neue Friedhöfe“
„Palermo braucht neue Friedhöfe, auf denen wir unsere Toten begraben oder einäschern können, um sie in Würde zu bewahren, sie zu besuchen und ihrer zu gedenken. Keine gestapelten Särge mehr“, hatte Lorefice am Allerseelentag in seiner Predigt gefordert.

Ähnliche Probleme hatten in den vergangenen Monaten auch Rom belastet. Die Bestattungsunternehmen hatten erst kürzlich mit einem Protest auf die fatale Lage aufmerksam gemacht. Die sechs Krematorien würden für die Metropole mit 3,5 Millionen Einwohnern nicht mehr ausreichen, beklagten sie.

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