Protestzug über Ring

Böllerwürfe, Pyrotechnik und Pfefferspray bei Demo

Wien
08.01.2022 19:16

Gegner der Corona-Maßnahmen und Impfung sind am Samstag in der Bundeshauptstadt wieder auf die Straße gegangen, darunter fanden sich auch diesmal einschlägige Gruppen, die am Nachmittag auch einen Protestzug über den Ring anführten. Die Polizei griff durch, stoppte und teilte den Protestzug, führte danach Kontrollen durch. Die Stimmung heizte sich rasch auf. Es kam zu Auseinandersetzungen, offenbar auch zu mehreren Festnahmen. Der Protestmarsch setzte sich einige Zeit später wieder in Bewegung und zog weiter über den Ring zurück zum Heldenplatz.

Die beiden größten Protestaktionen fanden am Heldenplatz und dem Maria-Theresien-Platz ab Mittag statt. Zahlreiche Österreich-Fahnen wurden hochgehalten, ebenso Transparente und Schilder mit Anti-Corona- und Anti-Impf-Parolen. Trotz Durchsagen und Aufrufen hielt sich auch diesmal eine Vielzahl an Teilnehmern nicht an die Maskenpflicht. Bereits vor Beginn der Proteste wurde in den sozialen Netzwerken Kritik laut, dass zahlreiche Demonstranten bereits auf dem Weg zur Versammlung in den Öffis keine Masken trugen.

(Bild: APA/FLORIAN WIESER)
(Bild: APA/FLORIAN WIESER)
(Bild: APA/FLORIAN WIESER)

Teil des Zuges abgekapselt
Am Nachmittag begann sich gegen 14 Uhr ein Protestmarsch am Ring in Bewegung zu setzen. Auf Höhe des Goethedenkmals wurde der Zug allerdings angehalten. Grund laut Polizei: gefährliche Gegenstände, die bei einigen Teilnehmern gefunden worden waren. Diese wurden einer Kontrolle unterzogen. Ein Teil des Zuges, deren Teilnehmer der rechten Szene zuzuordnen sind, wurde vom übrigen Protestmarsch abgekapselt.

Böllerwürfe, Pyrotechnik, Pfefferspray
Die Stimmung präsentierte sich angespannt. So wurde etwa von Böllerwürfen in die Menge berichtet, immer wieder wurden pyrotechnische Gegenstände gezündet. Wenig später kam es zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten der Protestzugspitze. Berichtet wurde von Gegenständen, die auf Polizisten geworfen wurden. Es kam zum Einsatz von Pfefferspray, ebenso zu ersten Festnahmen.

(Bild: APA/FLORIAN WIESER)

Kurz vor 15.30 Uhr setzte sich der Protestzug wieder in Bewegung und zog weiter über den Ring in Richtung Heldenplatz. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer an den Protesten am Samstagnachmittag auf 40.000. Gegen 17 Uhr, kurz bevor die Demonstranten den Heldenplatz erreichten, geriet der Protestzug am Ring, Höhe Burgtor, erneut ins Stocken. Nur vereinzelt zogen Teilnehmer weiter zum Platz. Nach mehreren Aufforderungen, weiterzugehen, begann die Polizei mit Personenkontrollen. Einmal mehr wurden seitens vereinzelter Gruppen Pyrotechnik gezündet.

Zirka 1000 Polizisten standen im Einsatz, auch aus den Bundesländern wurden Beamte zur Unterstützung nach Wien geschickt. Durch die Proteste und die damit abschnittsweise Sperre der Ringstraße kam es in der Wiener Innenstadt zu temporären Verkehrsbehinderungen. Gegen 18.30 Uhr war die Ringstraße wieder weitgehend frei. Auch im Westen Österreichs wurde am Samstag protestiert. Impfgegner legten die Bregenzer Innenstadt stundenlang lahm. Auch hier ging es weitgehend friedlich zu.

Innenminister appelliert an FPÖ
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) dankte in einer Stellungnahme gegenüber der „Krone“ den im Einsatz stehenden Polizisten und lobte das „konsequente Einschreiten gegen Gewalttäter“. „Vor allem das unterschiedliche Teilnehmerfeld - Familien mit Kindern, aber auch Fußballhooligans und Identitäre, die nebeneinander marschieren - fordern Höchstleistungen von den Einsatzbeamten“, so Karner. Angesichts der am Sonntag in Innsbruck anstehenden neuerlichen Corona-Demonstration, bei der unter anderem Redebeiträge von FPÖ-Chef Herbert Kickl und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz angekündigt sind, appellierte Karner an die Freiheitlichen, „den politischen Diskurs im Parlament zu führen und nicht auf die Straße zu verlegen“. Dies erleichtere die Arbeit der Polizei und fördere den Zusammenhalt im Land, betonte der ÖVP-Minister.

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