03.01.2022 12:59 |

336.276 arbeitslos

Arbeitsmarktentwicklung 2021 trotz Krise positiv

Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2021 trotz epidemiologisch herausfordernder Phasen positiv entwickelt. Auch die Bilanz der Arbeitslosenzahlen im Dezember (8,1 Prozent) zeigt, dass im Monatsvergleich weniger Menschen arbeitslos gemeldet sind als vor Beginn der Pandemie. Konkret sind 336.276 Personen arbeitslos gemeldet, 66.102 Personen befinden sich in Schulung. Zur Kurzarbeit sind derzeit 176.529 Personen angemeldet. 

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In absoluten Zahlen befanden sich laut Bundesministerium für Arbeit mit Monatsende Dezember 402.378 Personen in Arbeitslosigkeit oder nehmen an Schulungsmaßnahmen des AMS teil. Das sind um 5494 Personen weniger als im Dezember 2019 und sogar um 118.541 Personen weniger als im Dezember 2020. Konkret sind derzeit 336.276 Personen arbeitslos gemeldet, 66.102 Personen befinden sich in Schulung. Im Jahresverlauf konnten insgesamt 613.010 Personen die Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung verlassen.

Kocher: „Maßnahmen wirken“
„Es entspricht dem gewöhnlichen Trend, dass saisonale Effekte zum Jahreswechsel am österreichischen Arbeitsmarkt wirken. Dennoch bewegt sich die Arbeitslosigkeit in einem für diese Jahreszeit niedrigeren Ausmaß als in den Vorjahren. Positiv ist auch, dass wir die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf um rund 130.000 Personen senken konnten. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen wirken und die Dynamik am Arbeitsmarkt trotz zeitweiser Einschränkungen, die Pandemie-bedingt notwendig waren, besser ist als erwartet“, so Arbeitsminister Martin Kocher.

Mehr Männer als Frauen arbeitslos
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei Männern und Frauen bewegt sich Ende des Jahres 2021 im üblichen Trend. Die Arbeitslosenquote bei Frauen liegt Ende Dezember um 2,3 Prozentpunkten unter jener der Männer. Konkret sind derzeit 133.088 Frauen arbeitslos gemeldet, bei den Männern sind es 203.188 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit sowohl bei Frauen (minus 31,4 Prozent) als auch bei Männern (minus 23,5 Prozent) zu verzeichnen. Ende Dezember 2020 waren 194.006 Frauen arbeitslos gemeldet und 265.676 Männer.

Jugendarbeitslosigkeit rückläufig
Die Jugendarbeitslosigkeit liegt derzeit bei 32.180 Personen und ist damit im Vorjahresvergleich ebenfalls um 13.206 Personen gesunken (45.386 Personen im Dezember 2020). „Die stark rückläufige Jugendarbeitslosigkeit zeigt, dass unsere Unterstützungsmaßnahmen wie die Taskforce für Jugendbeschäftigung sowie unsere Unterstützungsprogramme wie das Jugendcoaching Wirkung gezeigt haben“, betont Kocher.

Langzeitarbeitslosigkeit große Herausforderung am Arbeitsmarkt
Ende Dezember 2021 befinden sich mit 115.743 Langzeitarbeitslosen um 20.877 Personen mehr in Langzeitarbeitslosigkeit als im Vergleichszeitraum 2019, vor der Krise. Kocher: „Auch im Jahr 2022 liegt daher unser Fokus auf der Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit durch Maßnahmen im Rahmen des Programms Sprungbrett. 2021 konnten wir bei der Reduktion der Langzeitarbeitslosigkeit bereits merkliche Erfolge erzielen und die Langzeitarbeitslosigkeit seit dem Höhepunkt im April (148.436 Personen) wieder um rund 32.700 Personen senken.“

Weitere Zielgruppe ist die der älteren Arbeitslosen
Insgesamt sind Ende Dezember 110.054 Personen über 50 Jahre beim AMS arbeitslos gemeldet. 2020 lag dieser Wert bei 143.710 Personen, 2019 bei 110.866 Personen. Mit 124.482 Personen, die im Jahresverlauf insgesamt aus der Arbeitslosigkeit wieder in eine Beschäftigung vermittelt werden konnten, wurde auch bei der Vermittlung von älteren Arbeitslosen durch das AMS 2021 Fortschritte erzielt. Derzeit liegt die Zahl der älteren Arbeitslosen über 50, die beim AMS gemeldet sind um 33.656 unter dem Wert des Vorjahres.

176.529 Personen in Kurzarbeit
Zur Kurzarbeit sind im Dezember 176.529 Personen angemeldet. „Damit bewegen sich die Anmeldungen zur Kurzarbeit Ende des Jahres immer noch in einem recht moderaten Ausmaß. Entscheidend wird sein, wie stark die Kurzarbeit nach den Abrechnungen tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Es ist jedenfalls zu erwarten, dass die Inanspruchnahme der Kurzarbeit bei weitem nicht das Ausmaß des Vergleichszeitraums 2020 erreichen wird“, so Kocher abschließend. Zum Jahreswechsel 2020/2021 waren rund 390.000 Personen in Kurzarbeit. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist damit aktuell um mindestens 200.000 Personen niedriger als im Vorjahr.

Maßnahmen gefordert
Arbeiterkammer, Gewerkschaftsbund und SPÖ hingegen stellten zu wenige Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit durch die türkis-grüne Bundesregierung fest. Sie fordern Joboffensiven in Zukunftsbranchen, Qualifizierungsmaßnahmen, eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie sowie eine Modernisierung der Arbeitslosenversicherung ein. Der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, sagte zum Gesamtjahr 2021, dass es trotz der anhaltenden Corona-Krise „höchst erfreulich“ gewesen sei. Im Vergleich mit 2019 „überraschte die Geschwindigkeit der Erholung alle Experten“.

Arbeitsminister will Konzept für neues Arbeitslosengeld
Kocher „hofft“, dass heuer „spätestens im zweiten Quartal“ ein „Gesamtkonzept“ für eine neue Ausgestaltung des Arbeitslosengeldes vorgelegt wird. Details wollte er im Ö1-„Mittagsjournal“ keine nennen: Es gebe zu viele verschiedene Faktoren, die im Gesamtkonzept berücksichtigt werden müssten. Es gehe nicht nur um den einen Prozentsatz, den ein Arbeitsloser von seinem Letztgehalt bekommt, betonte der Politiker. Derzeit sind das 55 Prozent.

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