18.12.2021 07:00 |

Auf Kontrollgang

Gewalt-Hotspots: Sondereinheit bewacht Bahnhöfe

Polizeibeamte und die Security-Mitarbeiter der ÖBB sind gemeinsam auf Kontrollgang, denn die Fahrgäste sollen sich in den Zugabteilen und auf den Bahnhöfen in Kärnten sicher fühlen.

Alkohol, Drogen, Pöbeleien und sogar Schlägereien: Auf Bahnhöfen kommen Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zusammen. Und da kann es gelegentlich schon zu Reibereien kommen. Weil die Zahl der Vorfälle in den vergangenen Jahren zugenommen hat und Mitarbeiter der ÖBB-Security sogar selbst gefährdet wurden, haben die Bundesbahnen eine Kooperation mit der Polizei geschlossen. Die „Krone“ begleitete die Sondereinheit der Polizei und ÖBB-Security bei einem Kontrollgang am Klagenfurter Hauptbahnhof.

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Wir sind froh, dass wir Unterstützung von der Polizei erhalten! Es kommt immer wieder vor, dass wir von alkoholisierten oder gewaltbereiten Personen angegriffen werden.

Dragan Jevtic, ÖBB-Security

Zu dem ÖBB-Team zählt auch Dragan Jevtic. „Wir werden regelmäßig angegriffen und angepöbelt - es vergeht kein Tag, an dem nicht etwas passiert“, erzählt der ÖBB-Mitarbeiter. „Gefährlich wird’s beispielsweise, wenn wir es mit Betrunkenen zu tun kriegen. Die sind oft schwer zu beruhigen.“

Das Projekt „Gemeinsam sicher - Kärntner am Zug“ soll für Ruhe auf Bahnhöfen sorgen. „Die Schwerpunkte bei dieser intensiven Zusammenarbeit liegen dabei auf der Stärkung des Sicherheitsgefühls für Reisende und Mitarbeiter in Zügen sowie auf dem Areal. Zudem sollen Sachbeschädigungen verhindert werden. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bahnhöfen Villach und Klagenfurt“, sagt ÖBB-Pressesprecherin Rosanna Zernatto-Peschel. Und sie ergänzt: „Obwohl Österreichs Bahnhöfe zu den sichersten in Europa gehören, sind Übergriffe nie ausgeschlossen.“

Fakten:

  • 70 gemeinsame Kontrollen von ÖBB und Polizei
  • Auch Corona-Kontrollen
  • Bahnhöfe als Gewalt-Hotspots
  • Bei Kontrollen werden Straftäter geschnappt
  • Polizeipräsenz steigert das Sicherheitsgefühl
  • ÖBB-Security speziell ausgerüstet
  • Es sind in Kärnten insgesamt 50 ÖBB-Security-Mitarbeiter
  • Bahnhof Villach und Klagenfurt österreichweit am sichersten

Bei Kontrollen werden Straftäter geschnappt
Die Kontrollen erfolgen stichprobenartig durch die im Herbst neu gegründete Bereitschaftseinheit. Dabei werden Personen, die sich auf dem Bahnhofsareal aufhalten, nach dem Zugticket gefragt, Personalausweise, Corona-Tests und Impfnachweise werden kontrolliert. Auch Personendurchsuchungen kommen vor.

Durch die Maßnahmen gelingt es immer wieder, auch Straftäter aus dem Verkehr zu ziehen. „Regelmäßig gehen uns Fremde ohne Aufenthaltserlaubnis ins Netz. Außerdem konnten wir seit Einführung der Initiative mehr als 100 Verwaltungsübertretungen verzeichnen“, verrät Polizeisprecher Mario Nemetz.

Rund um die Uhr überwacht werden die Bahnhöfe ohnehin von den örtlichen Polizeistreifen. „Die Präsenz der Polizisten beeinflusst das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste positiv“, sagt Generalmajor Wolfgang Rauchegger.

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