05.12.2021 12:35 |

Luftabwehrtest

Iran: Explosion am Himmel über Atomanlage Natanz

Ein Luftabwehrtest hat in der Nähe einer iranischen Atomanlage zu einer Explosion am Himmel geführt, die die Anrainer aufschreckte. Einwohner der 20 Kilometer von der Atomanlage Natanz entfernten Stadt Badroud berichteten am Samstagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA von einem lauten Knall und einem Aufleuchten am Himmel. Wenig später gab das iranische Militär aber Entwarnung und erklärte, dass es einen Test des eigenen Raketensystems gegeben habe.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Der Knall hatte in Online-Medien zu Spekulationen geführt, dass es in der Atomanlage Natanz zu einer Explosion gekommen sei. Dies wurde aber umgehend dementiert. „Vor einer Stunde wurde unser Raketensystem in der Region getestet, um unsere Gefechtsbereitschaft zu überprüfen“, erklärte der für die Region Natanz zuständige Militärkommandant im staatlichen Fernsehen. „Solche Übungen werden in einer absolut sicheren Umgebung durchgeführt. Es gibt keinen Grund zur Sorge.“

Israel wollte atomare Bewaffnung des Irans verhindern
In Natanz werden neue iranische Zentrifugen zur Urananreicherung hergestellt. Die Kapazität der Anlage war unlängst nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) erhöht worden. Die Anlage war mehrfach Ort von Angriffen, die Israel zugeschrieben wurden. Israel will eine atomare Bewaffnung des Irans verhindern. Der Iran will Uran auf bis zu 60 Prozent anreichern. Das internationale Atomabkommen von 2015 gestattet Teheran lediglich eine Urananreicherung von 3,67 Prozent für eine zivile Nutzung von Atomenergie.

Das Abkommen aus dem Jahr 2015 soll Teheran am Bau von Atomwaffen hindern. Unter anderem verpflichtete sich das Land darin auch, seine Kapazitäten für die Urananreicherung einzuschränken und regelmäßige Inspektionen seiner Nuklearanlagen zuzulassen. Im Gegenzug wurden internationale Sanktionen aufgehoben.

Iran baute Kapazitäten für Urananreicherung aus
2018 stiegen die USA unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen aus und verhängten erneut massive Sanktionen gegen den Iran. Danach zog sich Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück. Seitdem hat der Iran seine Kapazitäten für die Urananreicherung immer weiter ausgebaut und zugleich die Kontrollmöglichkeiten der Internationalen Atombehörde eingeschränkt.

Der jetzige US-Präsident Joe Biden hat grundsätzlich Bereitschaft für eine Neuauflage der Vereinbarung mit dem Iran signalisiert hat. In Wien laufen derzeit Verhandlungen über eine Wiederbelebung des Abkommens, diese laufen aber nach Ansicht der USA und der europäischen Verhandler nicht gut.

Iran scheint nicht wirklich an neuer Einigung interessiert
Am Samstag erklärte ein hoher Beamter des US-Außenministeriums, der anonym bleiben wollte, der Iran habe offenbar alle Kompromisse, die er in früheren Gesprächen über die Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 gemacht hat, wieder zurückgenommen. Das Verhalten des Iran lasse darauf schließen, dass Teheran nicht wirklich an einer Einigung interessiert sei.

Der Iran habe Forderungen gestellt, die weit über den Gegenstand der Verhandlungen hinausgingen und keine „ernsthaften“ Bemühungen erkennen lassen, sich wieder an die Auflagen des Atomabkommens zu halten, so der Beamte weiter. Die USA würden keine Situation akzeptieren, in der Teheran sein Atomprogramm weiter ausbaue und die Verhandlungen nur nutze, um Zeit zu gewinnen, warnte der US-Diplomat.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).