„Mr. Covid“ in OÖ

Lungenprimar Lamprecht: „Ich tue nur meine Arbeit“

Lungenfacharzt Bernd E. Lamprecht vom Kepler-Klinikum in Linz ist im Kampf gegen Covid-19 in der Öffentlichkeit an der vordersten Front. Der „Krone“ schilderte er seinen Corona-Alltag.

Voll ausgelastete Krankenhäuser und Intensivstationen: Ärzteschaft und Pflegekräfte leisten im von der Corona-Pandemie schlimm getroffenen Oberösterreich Außergewöhnliches. In der Öffentlichkeit steht Privatdozent Bernd E. Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Universitätsklinikum (KUK) Linz, an vorderster Front.

Ausgezeichnet
„Primar Lamprecht war und ist in diesen turbulenten Monaten stets ein Anker und für das Land Oberösterreich eine hochkompetente Anlaufstelle“, würdigte ihn LH Thomas Stelzer (ÖVP) bei der Verleihung des „Erwin Wenzel“-Preises.

Verständliche Sprache
Der 45-Jährige rettet mit seinem Team in seiner im KUK voll belegten Abteilung für Lungenheilkunde und auf der Intensivstation nicht nur Leben infizierter Covid-19-Patienten, er berät den Landeskrisenstab, sagt den Oberösterreichern via Medien mit verständlichen Worten, was Sache ist und ruft nimmermüde zur Schutzimpfung auf.

Bescheiden
Die Arbeitstage für den in Innsbruck geborenen und im Kärntner Gailtal aufgewachsenen Lungen-Primararzt sind seit Monaten nicht nur lang, sondern auch sehr fordernd und emotional belastend. „Ich tue nur meine Arbeit“, sagt er bescheiden.

Im Gespräch mit der „Krone“ gibt er Einblick in seinen Corona-Alltag, wie er seine Kräfte auflädt und seine Aussicht auf die nächsten Monate.
Krone: Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus, Herr Dozent Lamprecht?

Lamprecht: Der Tag beginnt für mich daheim um 5 Uhr morgens, um 6 Uhr bin ich im Klinikum, zu dieser Zeit kann ich mir in Ruhe einen Überblick über die aktuelle Lage verschaffen. Um 7 Uhr erste große Besprechung und Infoaustausch mit meinem Ärzteteam, anschließend bis 10 Uhr Visite. Behandlung ambulanter Patienten, zum Krisenstab ins Landhaus – ja, die Tage sind in diesen Zeiten sehr ausgefüllt.

Krone: Die tägliche Behandlung so vieler schwer an Covid-19 erkrankter Patienten, die vielen Todesfälle – das ist auch für einen erfahrenen Mediziner wohl emotional belastend?
Lamprecht:  Ja, für alle. Unsere aufopfernd arbeitenden Pflegekräfte leiden stark darunter. Viele sind erschöpft und angesichts einer Impfquote von erst 61 Prozent auch frustriert. Entspannung wird es erst bei einer Impfquote von 80 bis 85 Prozent geben.

Krone: Wie und wo tanken Sie Ihre Batterien auf?
Lamprecht: Bei meiner Familie, bei meiner Frau Claudia und mit meinen beiden Söhnen. Mit Bewegung in der frischen Luft, bei Wanderungen und beim Skifahren.

Krone: Oberösterreich vorweihnachtlich im Lockdown?
Lamprecht: Daran führte angesichts der hohen Infektionszahlen kein Weg vorbei. Es bedarf einer massiven Kontaktreduktion, um die starken Infektionswellen zu brechen.

Krone: Wie viele ungeimpfte Patienten kämpfen auf Intensivstationen um ihr Leben?
Lamprecht: Zu viele, bis zu 80 Prozent sind leider ungeimpft!

Max Stöger

Von
Krone Oberösterreich
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