18.11.2021 12:51 |

Prozess in Klagenfurt

Eigenes Kind (5) vergewaltigt: 15 Jahre für Vater

Staatsanwältin Sandra Agnoli sagt, die Anklage sei erschütternd. Selten noch habe sie in ihrem Berufsleben solche Grauslichkeiten vortragen müssen. Dem ist nichts hinzuzufügen - ein Kärntner Ehepaar, beide 30, ist geständig, die kleine Tochter massiv sexuell missbraucht zu haben, Nacht für Nacht über Jahre hinweg.

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Sabine (Name geändert) ist erst neun Jahre alt. Aber sie hat so viel ertragen müssen, dass sie ihr Leben lang gezeichnet sein wird. Es begann damit, dass die Mutter, 30, zu der Kleinen keine Bindung aufbauen konnte - also folgte eine Familienintensivbetreuung. Dann heiratete die Kärntnerin einen Gleichaltrigen, der „schon immer vom Familienglück geträumt hatte“, wie er sagt. Stattdessen begann etwa zu Sabines 5. Geburtstag die Hölle: Es kam ständig zu massiven sexuellen Übergriffen, viele wurden auch gefilmt, Details mögen hier erspart bleiben.

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Mama und Papa zwingen mich zum Liebe machen.

Das Mädchen vertraute sich einer Lehrerin an

Mund zugeklebt
Wenn das Kind vor Schmerzen schrie, wurde ihm der Mund verklebt. Sabines Mutter? Schaute nicht nur zu, sondern half tatkräftig mit. Die Sozialarbeiter bemerkten von dem Leid nichts. Erst einer Lehrerin fiel auf, dass Sabine übermüdet, verwahrlost, verängstigt war. Und irgendwann antwortete sie auf die Fragen der besorgten Pädagogin, was los sei: „Mama und Papa zwingen mich zum Liebe machen.“

Welch ein Hohn, die Vergewaltigung eines Kindes so zu nennen! Die Urteile fallen unter Richter Gernot Kugi rasch: 15 Jahre Haft plus Einweisung für den Horror-Stiefvater, zwölf Jahre für die „Mama“, nicht rechtskräftig.

Missbrauchsskandel von Münster
Wer diese Anklage schon kaum aushält, wird mit dem Großverfahren rund um den Missbrauchsskandal von Münster noch gröbere Probleme haben: Da werden sich auch in Klagenfurt zwei Männer wegen vielfachen Missbrauchs von mindestens zwölf Opfern verantworten müssen. Die Richter stehen auch schon fest: Dietmar Wassertheurer leitet das Verfahren, mit Christian Liebhauser an der Seite. Wann es startet, ist derzeit noch offen.

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