Krisenhotline

Männernotruf: „Über 3000 Anrufe pro Jahr“

Beziehungsprobleme, häusliche Gewalt, Obsorgestreitigkeiten, Suchtprobleme - bis zu zehn Hilfesuchende melden sich täglich beim „Männernotruf“, weil sie keinen Ausweg mehr aus ihrer persönlichen Krise sehen. Dutzende Leben wurden Dank der ehrenamtlichen Berater des gemeinnützigen Vereins bereits gerettet.

„Wir sind Ventil für Aggression, Frust und Verzweiflung - wir geben Männern rund um die Uhr die Möglichkeit, sich Rat und Hilfe zu holen, um Gewaltentladungen zu verhindern. Unser Ziel ist die Opferschutz orientierte Täterarbeit“, so der ehemalige Polizist Eduard Hamedl, der vor acht Jahren in der Steiermark den Männernotruf gegründet hat.

Mehr als 3000 Hilfesuchende rufen pro Jahr bei den 33 qualifizierten, eherenamtlichen Mitarbeitern des gemeinnützigen Vereins an - und dies aus ganz Österreich. „Selbst aus Deutschland sind bei uns schon verzweifelte Anrufe eingegangen. Und wir konnten auch schon viele Menschenleben retten - ob vereitelte Selbstmorde oder verhinderte Gewalttaten.“

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Selbst aus Deutschland sind bei uns schon verzweifelte Anrufe eingegangen.

Eduard Hamedl, Gründer des Männernotrufs

Beziehungen als Krisenherde
Beim Großteil der Anrufe habe es sich - wenig überrschend - um Krisensituationen im Rahmen von Beziehungsprobleme jeglicher Form gehandelt. Aber auch Gewaltausbrüche, Sorgerechtsstreitigkeiten und Alkohol- bzw- Drogensucht oder Suizidgedanken manövrieren viele Männer in schier unlösbare Konfliktsituationen.

„Interessant ist die Tatsache, dass sich die Corona- bzw. Quarantäne-Situation offenbar mit Verzögerung auf viele Menschen, Paare oder Familien auswirkt. Anhand unserer Anrufe merken wir, dass viele entstandene Konfliktsituationen erst jetzt so richtig zum Problem werden“, erklärt Eduard Hamedl. Die Mitarbeiter des Männernotrufs sind rund um die Uhr, von Montag bis Sonntag, unter 0800 246 247 oder per Mail erreichbar.

Die Kinderpsychologin Marlene Kronsteiner berichtet im „Krone“-Interview, wie für kleine Kinder ihre Welt zusammenbricht, wenn sie sehen, dass sich Papa und Mama schlagen. Zudem ruft sie dazu auf, bei Gewalt nicht wegzusehen, sondern Alarm zu schlagen. 

Klaus Loibnegger
Klaus Loibnegger
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Dienstag, 30. November 2021
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