29.10.2021 05:59 |

Runderneuert

„NHL 22“ führt Gamer auf das frisch polierte Eis

Zeit für Veränderung. Im Falle der „NHL-Serie“ war es auch schon mehr als überfällig. Am augenscheinlichsten war das bei der Grafik: Die altehrwürdige Ignite-Engine verrichtete zwar brav ihren Dienst, riss aber niemanden mehr zu Begeisterungsstürmen hin. Neuen Elan verspricht nicht nur die neue Konsolengeneration, sondern auch ein runderneuertes „NHL 22“.

Die Frostbyte-Engine hält als Herzstück nun Einzug. „FIFA“- Spieler werden gelangweilt gähnen, dort ist sie schließlich schon länger im Einsatz. „NHL“-Cracks dürfen hingegen jubeln: Eine neue Grafikpracht flimmert über die Schirme, und das in einer Detailtiefe, die zuvor gar nicht möglich war. So spiegelt sich das Stadioninnere am Eis und selbst in den Helmvisieren der Spieler sind Spiegelungen wahrzunehmen. Das Eis verändert sich zudem mit dem Fortlauf der Partie - von unberührt und glänzend hin zu einer eher matten Oberfläche, durchzogen von den Spuren der Kufen.

EA Sports nutzte die Gelegenheit auch gleich dazu, Spiel- und Spielerstatistiken zu modernisieren und die Menüs logischer zu strukturieren. Lediglich ein paar Grafikfehler trüben noch das sehr gute Gesamtbild. Mit den nächsten Patches dürften diese aber, zumindest zum Großteil, der Vergangenheit angehören.

Das Tempo nimmt EA etwas aus dem Spiel heraus. Damit geht es wieder etwas weg von Arcade in Richtung Simulation. Das äußerst sich auch darin, dass für erfolgreiche Pässe der Mitspieler genauer anvisiert werden muss. Die Defensivbemühungen gestalten sich mit der verringerten Geschwindigkeit dagegen etwas einfacher. Insgesamt wirkt das Spiel dadurch besser ausbalanciert als seine Vorgänger.

Die Torhüter-KI erfuhr ebenfalls ein Upgrade - gut für sie, schlecht für den Spieler. Allerdings primär in dem Sinn, dass ein Tor schon ordentlich herausgespielt oder ein Schuss sehr gut platziert werden sollte. Hierbei kann ebenfalls von einer Verbesserung gesprochen werden.

Brandneu sind die sogenannten X-Faktor-Eigenschaften. Das klingt zwar nach paranormalen Fähigkeiten, aber ein Einsatz von Scully und Moulder ist nicht vonnöten. Vielmehr werden damit spezielle Eigenschaften von Spielern beschrieben, die den kleinen, aber feinen Unterschied ausmachen können. Im Einzelspiel, besonders bei Gelegenheitsspielern, ist davon jedoch wenig zu bemerken.

Bei den anderen Spielmodi, die wieder zahlreich vorhanden sind, hat der X-Faktor schon stärkeres Gewicht. Beispielsweise trifft das auf die World of CHEL zu. Im Be-A-Pro-Modus haben sie ebenso einen Einfluss wie auch bei HUT (Hockey Ultimate Team). Letzteres sorgt allerdings auch für etwas Unmut. Wieder einmal sorgen Mikrotransaktionen dafür. Für einen schnelleren Fortschritt müssen nämlich zusätzliche Packs gekauft werden. Soweit noch halbwegs in Ordnung. Man bekommt allerdings nur im Vorhinein angezeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Spieler enthalten ist. Das grenzt fast an Glücksspiel und sollte unbedingt geändert werden.

Anmerkung: NHL 22 wurde ausschließlich auf der PS5 getestet. Bei der älteren Konsolengeneration kann es größere Abweichungen geben.

Fazit: „NHL 22“ hatte zwei Startvorteile. Erstens eine neue Konsolengeneration und zweitens die alte Grafik-Engine, die getauscht werden musste. EA Sports hat diese Voraussetzungen sehr gut genutzt: „NHL 22“ erstrahlt erfrischt in neuem Glanz und profitiert zudem vom der verbesserten Spielbarkeit. Der neue X-Faktor ist eher etwas für Profis, aber durchaus eine sinnvolle Neuerung. Grafische Bugs und vor allem die Umsetzung der Mikrotransaktionen bei HUT sorgen indes für weniger freudige Gesichter.

Plattform: PS5 (getestet), Xbox Series X|S, PS4,Xbox One
Publisher: EA Sports
krone.at-Wertung: 8/10

Harald Kaplan
Harald Kaplan
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