Eltern schlagen Alarm

Corona-Folge: Jeder 2. Schüler depressiv verstimmt

Österreich
23.10.2021 06:00

Der Bundeselternverband schlägt Alarm: Nicht nur die Corona-Pandemie hat jedem zweiten Schüler psychisch zugesetzt. Es gebe „kein Zurück mehr zur Schule von gestern“.

Experten warnen schon längst: Unseren Kindern und Jugendlichen geht es nicht gut. Die Häufigkeit depressiver Symptome, Ängste, Schlafstörungen hat sich verfünf- bis verzehnfacht! Jeder zweite Schüler über 14 Jahren zeigt gar eine depressive Symptomatik. 16 Prozent haben an mehr als der Hälfte der Tage Suizidgedanken! Aber das sei nur die Spitze des Eisbergs.

Kein Zurück mehr zur Schule von gestern“
Viele Schüler haben ihre Motivation verloren. Der monatelange Bewegungsmangel, das, wenn auch notwendige, Homeschooling, fordere seinen Tribut. Der Bundeselternverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen erklärt deshalb: Es gebe „kein Zurück mehr zur Schule von gestern“. Nicht nur die Pandemie setzt den Kindern und Jugendlichen ordentlich zu. Während die Jugend über große Themen wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Globalisierung nachdenkt, unterrichte die Schule immer noch für eine Welt, die es heute „nicht mehr gibt und morgen nicht mehr kommt“.

„Geplant wird mit der falschen Hoffnung, wir könnten die Vergangenheit wiederherstellen“, betont der Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, Christoph Drexler.

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Geplant wird mit der falschen Hoffnung, wir könnten die Vergangenheit wiederherstellen. Die Welt ist eine andere geworden.

Christoph Drexler, Präsident vom Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen.

Unterstützung für die Schüler gefordert
Mit dem Bildungsministerium sei man in einem ständigen Austausch. Gefordert werden u. a. der flächendeckende Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sowie psychotherapeutischen Sprechstunden an Schulen. Lehrpersonen hätten zu viel mit administrativen Aufgaben um die Ohren. Sie sollen entlastet werden.

Die Wiener Psychotherapeutin Nicola Tutsch ist auch aufgrund der Corona-Pandemie derzeit stark gefordert. (Bild: Xenia Bluhm)
Die Wiener Psychotherapeutin Nicola Tutsch ist auch aufgrund der Corona-Pandemie derzeit stark gefordert.

Die Wiener Psychotherapeutin Nicola Tutsch hat mehr Klienten denn je. Doch wie erkennt man depressive Verstimmungen? „Traurigkeit ohne erkennbaren Grund, sozialer Rückzug und Ängstlichkeit können auftreten. Manchmal sagen Kinder auch einfach, dass sie Kopfweh oder Bauchweh haben, weil sie keine Beschreibung bzw. kein Wort für ihr eigentliches Problem haben. Auch die Unlust, spielen zu wollen, oder Wutausbrüche können auftreten. Bei Jugendlichen beobachte ich auch häufig, dass sie sich nicht mehr mit Freunden treffen wollen, lieber ihre Zeit zu Hause alleine in ihrem Zimmer verbringen.“

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