22.10.2021 19:00 |

Kärnten Inoffiziell

Kaiser und Bürgermeister, Seiser und Frau Knackal

Landeshauptmann Peter Kaiser (SP) fordert gemeinsame Gespräche für die Erhöhung der Bürgermeistergehälter. Die „Krone“ verglich die Bezüge in den Bundesländern. Auch eine Besoldungsreform für die Landesbediensteten steht im Raum.

Das war spätestens seit der Formulierung „fürs erste“ in der gemeinsamen Aussendung von LH Peter Kaiser und Landesrat Martin Gruber klar: Das Thema der Erhöhung der Bürgermeistergagen ist natürlich nicht vom Tisch. Das bestätigte gestern Kaiser im Landtag.

Kaiser sprach von einer „vorläufigen Stopptaste“ und appellierte an alle Parteien, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir werden den Bürgermeistern mehr finanzielle Aufmerksamkeit schenken müssen.“

Faktencheck
Die „Krone“ machte den Faktencheck und sah sich österreichweit Gemeinden an. Bei 2001 bis 2500 Einwohnern, also in Kärnten etwa Obervellach, kassiert ein Bürgermeister 3983 Euro brutto. Im gleich großen Annaberg in Salzburg sind es 5562 Euro, am geringsten ist der Lohn in Niederösterreich, etwa in Dürnkrut, mit 3369,49 Euro. Für Kärnten ist es der fünfte Platz im Bundesland-Ranking, Wien und Vorarlberg sind nicht vergleichbar.

Kärntner nicht überbezahlt
Nehmen wir hingegen eine Gemeinde mit 5001 bis 6000 Einwohnern, in Kärnten zum Beispiel Wernberg. In dieser Einstufung wird ein Bürgermeister in Kärnten mit 4741,30 Euro entlohnt. In Oberösterreich, etwa Pettenbach, sind es 7000 Euro, im burgenländischen Pinkafeld 4612 Euro. Das bedeutet für Kärnten den sechsten Platz unter den Bundesländern.

Überbezahlt sind Kärntens Gemeindeoberhäupter also nicht. Eine Steigerung um bis zu 27 Prozent wäre aber vermessen gewesen.

Besoldungsreform
Das Land „verordnet“ sich eine Besoldungsreform. Der Einstieg in den Landesdienst wird attraktiver, die Einstiegsgehälter steigen. Im Ausgleich flacht die Verdienstkurve gegen Ende der Berufslaufbahn deutlich ab. Mittelfristig soll das dem Land billiger kommen.

Der „Sager des Tages“ in Richtung Landesverwaltung kam von SP-Klubchef Herwig Seiser: „Die Zeiten der Frau Knackal sind vorbei.“ Sie erinnern sich vielleicht, das war die überdrehte, aber untermotivierte sowie recht dralle Blondine aus der Comedyserie „MA 2412“.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger
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