03.10.2021 15:46 |

Explosion vor Moschee

Tote bei Bestattung der Mutter von Taliban-Größe

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es am Sonntag während der Beerdigung der Mutter eines hochrangigen Taliban-Funktionärs eine Explosion gegeben, die mehrere Tote und Verletzte gefordert hat. Wie die militant-islamistischen Taliban mitteilten, ereignete sich die Detonation vor dem Tor einer großen Moschee.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Eingangs der Eid-Gah-Moschee in Kabul, wie Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid am Sonntag auf Twitter mitteilte. In der Moschee fand am Sonntagnachmittag eine Gebetszeremonie für seine Mutter statt, die in der vergangenen Woche verstorben war. Für den Anschlag erklärte sich zunächst niemand verantwortlich.

Mehrere Verletzte im Spital
Mindestens vier Menschen wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wie die Organisation NGO Emergency mitteilte. Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums sagte, dass ersten Informationen zufolge zwei Zivilisten getötet und drei verletzt worden seien. Ziel des Anschlags sei eine Ansammlung von Menschen gewesen, so Mujahid weiter. Berichten zufolge sollen mehrere führende Mitglieder der Islamisten an der Trauerfeier teilgenommen haben.

Erste Attacke auf Taliban in Kabul
Es war die erste Bombenexplosion in Kabul, die eine Veranstaltung hochrangiger Taliban zum Ziel hatte. Am 26. August waren bei einem Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul mindestens 72 Menschen getötet und mehr als 150 Menschen verletzt worden. Zu diesem Angriff bekannte sich der mit den regierenden Taliban verfeindete Afghanistan-Ableger der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat.

Taliban übernahmen im August die Macht
Die militant-islamistischen Taliban hatten nach dem Abzug der internationalen NATO-Truppen, allen voran des US-Militärs, weite Teile des Landes zügig erobert. Am 15. August zogen sie kampflos in die Hauptstadt ein und regieren seitdem. Der bisherige Präsident Ashraf Ghani war zuvor außer Landes geflohen. Die Taliban hatten bereits von 1996 bis zur US-geführten Intervention 2001 weite Teile des Landes beherrscht.

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