02.10.2021 10:44 |

Wenige Tage vor Termin

Verurteilter Mörder: Papst bittet um Begnadigung

Wenige Tage vor der geplanten Hinrichtung eines zum Tode verurteilten Mörders in den USA hat sich Papst Franziskus in den Fall eingeschaltet. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bat den Gouverneur von Missouri um Begnadigung des Verurteilten.

Die geplante Hinrichtung nicht zu vollziehen, wäre ein „ebenso mutiger Akt der Anerkennung“ der Würde jedes menschlichen Lebens, erklärte der päpstliche Nuntius in den USA, Erzbischof Christophe Pierre, der sich im Namen des Papstes an den Gouverneur wandte. Es gehe nicht um die unzweifelhafte Schwere der Tat und auch nicht um die mutmaßliche geistige Behinderung des Täters Ernest Johnson (61). „Stattdessen möchte Seine Heiligkeit Sie an die einfache Tatsache von Mr. Johnsons Menschsein und die Heiligkeit jedes menschlichen Lebens erinnern“, heißt es im Schreiben.

Eine Begnadigung hätte auch positive Folgen für andere, geht der Brief weiter. „Wir bitten Sie zu bedenken, dass es der ganzen Gesellschaft zugutekommt, wenn Gewalt jedweder Art vermieden wird, auch die Gewalt einer legalen Hinrichtung.“ Missouri habe viel für den Schutz des Lebens getan, vor allem des ungeborenen, und für dieses Engagement gegen Abtreibungen sei der Heilige Stuhl „sehr dankbar“.

Wegen dreifachen Mordes verurteilt
Johnson war 1995 wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteilt worden. Ein Gericht befand ihn für schuldig, bei einem Überfall auf ein Geschäft den Besitzer sowie zwei weitere Personen getötet zu haben. Die Verteidigung versucht, den Vollzug der Todesstrafe zu verhindern. Sie argumentiert, dass Johnson geistig behindert sei und deshalb nicht hingerichtet werden dürfe. Der Supreme Court von Missouri wies den Einwand jedoch vor einigen Wochen einstimmig zurück. Die Hinrichtung per Giftspritze ist für Dienstag angesetzt.

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