Sondergemeinderat

Spekulationen über einen Verkauf der Energie Ried

Nur zwei Tage nach dem Wahlsonntag steigt in Ried der nächste wichtige Termin - die Aufsichtsratsitzung der Energie Ried. Das städtische Unternehmen steckt, wie berichtet, tief im Betrugssumpf der Ex-Geschäftsführer. Sogar ein Verkauf des städtischen Unternehmens an die Energie AG des Landes steht im Raum.

Seit dem „Krone“-Bericht über die Betrugsvorwürfe bei der Energie Ried war von den Aufsichtsräten wenig zu hören. In der heiklen Angelegenheit um Tricksereien bei Bilanzen in Millionenhöhe durch die ehemaligen Geschäftsführer (es gilt die Unschuldsvermutung) verpflichtete man sich zur Verschwiegenheit. Nun platzte Michael Steffan der Kragen. Die Bestrebungen, das aktuelle Geschäftsführer-Duo abzuberufen, hält der ehemalige SP-Stadtvize für existenzbedrohend - siehe Interview unten.

Für Energie AG ist Kauf derzeit kein Thema
Nicht wenige gehen ohnehindavon aus, dass wegen derRückzahlungen an die Aufsichtsbehörde E-Control der Verkauf der Energie Ried an die Energie AG des Landes nicht zu verhindern sei. Aus Linz kommt aber ein Dementi: „Ein etwaiger Kauf ist derzeit kein Thema!“

Sondergemeinderat geplant
Für Spekulationen sorgen auch die Pläne des scheidenden Stadtchefs Albert Ortig (VP). Er soll vor der Angelobung der neuen Stadtregierung einen Sondergemeinderat planen, der sich mit den angeblich hohen Beraterkosten der neuen Geschäftsführung befassen soll.

Auf Tauchstation
Für die „Krone“ ist Ortig schon seit Wochen nicht zu sprechen, befindet sich fortwährend auf Tauchstation. Ein Gerücht erwies sich für SP-Spitzenkandidat Peter Stummer übrigens als wahr. „Ortig hat der neuen Geschäftsführung viermal die Vollmacht verwehrt, damit sie sich an der alten Geschäftsführung schadlos halten kann. Das ist sehr eigenartig.“

Im besten Fall zehn Millionen Euro Schaden
Aufsichtsrat Michael Steffan warnt vor einer Abberufung der seit Jänner angestellten Geschäftsführer der Energie Ried, die den Betrugsskandal aufgedeckt haben.

„Krone“: Sie schwiegen lange. Warum melden Sie sich jetzt zu Wort?
Michael Steffan: Ichkomme mir als Aufsichtsrat verschaukelt vor. Wir haben uns zur Verschwiegenheit verpflichtet, erhalten nun wenige Infos, die halbe Stadtverwaltung weiß schon mehr als wir. Viel schlimmer ist, dass die neue Geschäftsführung abberufen werden soll.

Was ist so schlimm dran?
Diese Entscheidung wäre existenzbedrohend. Die Geschäftsführer arbeiten sehr gut mit den ermittelnden Behörden zusammen. Salopp gesagt, ist das so eine Art tätige Reue, die sich schadenersatzmildernd auswirken kann.Die jetzigen Geschäftsführer sind nicht dieVerursacher dieserUnregelmäßigkeiten. Ihre Absetzungkönnte dieKooperationzerstören und so der Schadennoch viel höher ausfallen.

Wie hoch ist der Schaden?
Ich gehe im günstigsten Fall von zehn Millionen Euro aus, die Summe könnte sichimFalle der Abberufung verdoppeln, vielleicht verdreifachen.

Wäre das das Aus für die Energie Ried?
Warten wir die Wahl ab. Es schaut nach Stichwahl aus. Da müssen beide Bürgermeisterkandidatenklar sagen, wie sie zur Energie Ried stehen.

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