22.09.2021 18:29 |

Fotopreis verliehen

Botschaft des Friedens mit Blick durch Kameralinse

Aus Tausenden Einreichungen wird jährlich das weltbeste Foto zum Thema Frieden ausgewählt und mit dem „Global Peace Photo Award“ ausgezeichnet. Am Dienstagabend wurde dieses Zeichen für ein weltweites, friedliches Miteinander auf Einladung von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka im Dachfoyer des Parlaments in der Hofburg gesetzt. Bundesratspräsident Peter Raggl eröffnete die Verleihung. Zudem war Paola Viola, die Präsidentin der italienischen NGO „A hand for a smile - For children“ als Ehrengast mit von der Partie.

Der Global Peace Photo Award würdige Fotografen, „deren Bilder unser stetiges Streben nach einem friedlichen Zusammenleben, nach dem Erhalt der natürlichen Vielfalt unseres Planeten, nach Gerechtigkeit und Chancengleichheit widerspiegeln“, so Raggl. Claudia Dannhauser, Vorsitzende der Vereinigung der ParlamentsredakteurInnen, erläuterte dem Publikum die Hintergründe des Awards. Generell komme dem Krieg mehr Aufmerksamkeit zu als dem Frieden, da er auch mehr Aufsehen errege. Dagegen solle mittels solcher Veranstaltungen ein Kontrapunkt gesetzt werden.

Hebamme sein in Zeiten von Corona
Die Hauptgewinnerin des mit 10.000 Euro dotierten Preises ist Maggie Shannon aus den USA mit ihrer Fotoserie „Extreme pain, but also extreme joy“ (siehe Foto oben). Shannon begleitete Hebammen in Los Angeles in ihrem besonders herausfordernden Arbeitsalltag während der Corona-Pandemie.

Fotoschule in Flüchtlingslager
Eine weitere Preisträgerin ist die Afghanin Shaban Zahir (20), die seit gut zwei Jahren im Flüchtlingslager Diavata nahe Thessaloniki in Griechenland lebt. Die italienische NGO „A hand for a smile - for children“, deren Präsidentin Paola Viola Ehrengast des Abends war, ermöglichte ihr den Zugang zur Fotografie, worauf sie den Alltag im Flüchtlingslager sowie die Emotionen und Sehnsüchte seiner Bewohner ausdrucksstark einfing.

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Wenn ich die Welt durch die Kamera betrachte, kann ich all die Traurigkeit in meinem Leben vergessen.

Shaban Zahir (20)

Die Schule für Fotografie, die von Fotograf Mattia Bidoli - er nahm auch den Preis stellvertretend für die junge Künstlerin entgegen - mit Unterstützung der NGO vor Ort gegründet wurde, gibt es mittlerweile seit fast einem Jahr. Die Studenten nähern sich dort einer Vielzahl von Themen, die sie geprägt haben, fotografisch an - häufig ist es das erlittene Leid auf ihrer Flucht.

Video: Mattia Bidoli verliest einen Brief der Preisträgerin Shaban Zahir

Die Bilder entstanden dann in einem improvisierten Studio von gerade einmal drei Quadratmetern Fläche. „Es gab kein Fenster, als Foto-Hintergründe wurden teils selbst bemalte Leintücher verwendet“, erinnert sich Viola gegenüber krone.at.

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Zu Beginn war es nicht leicht. Frauen war das Fotografieren in ihrem Heimatland (Afghanistan, Anm.) untersagt. Viel Überzeugungskraft und Vertrauen war nötig, ehe das möglich wurde.

Paola Viola, Präsidentin von „A hand for a smile - for children“ im Gespräch mit krone.at

Siebenjährige Fotografin geehrt
Unter den weiteren Preisträgern findet sich auch noch das Foto „Lap of Peace“ der siebenjährigen Aadhya Aravind Shankar aus dem indischen Bangalore. Es wurde zum „Childrens‘s Peace Image of the Year“ erklärt. Das Werk „Heroes“ des Nigerianers Emeke Obanor fängt die Geschichten von durch die Terrororganisation Boko Haram entführten Mädchen ein. Nate Hofers „One and a Half Acres“ zeigt die von einer Kameradrohne aufgenommenen Bilder eines landwirtschaftlichen Nutzgebietes, welches heute am Standort des ehemaligen Silos für atomare Interkontinentalraketen in Missouri bewirtschaftet wird.

„Sichtbarkeit des Friedens“
Zum Finale erörterte der ehemalige UNESCO Assistant Director-General, Eric Falt, die globale Lage des Friedens. Traditionelle Formen der Kriegsführung seien zwar zurückgegangen, jedoch sei die intrastaatliche Gewalt (Bürgerkriege, Bandenkriminalität, Terrorismus etc.) im Steigen begriffen. Friede ist laut Falt mehr als die Abwesenheit von Krieg. Es gehe auch um die Verbesserung der Lebensbedingungen und hier seien in den letzten Jahren in vielen Weltregionen enorme Fortschritte in nur kurzer Zeit zu verzeichnen gewesen. Statistische Auswertungen würden darüber ein klares Bild abgeben, womit man sich einer „Messbarkeit des Friedens“ annähern könne. Die „Sichtbarkeit des Friedens“ sei jedoch an diesem Abend demonstriert worden.

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