Kepleruhr

Eine uralte Methode in sehr modernem Kleid

Am Schulzentrum in Grieskirchen wird die Zeit mit der Sonne gemessen: eine uralte Methode in sehr modernem Kleid.

Kurt Niel ist Professor für Messtechnik und hat ein Faible für die Sonne. „Sie ist der Zeitgeber fürs gesamte Leben auf der Erde, das fasziniert mich“, gesteht der Grieskirchner.

Idee kam beim Joggen
Der Zahlen-Fan geht auch gerne joggen, und auf einer seiner Lauftouren ist ihm die enorme Größe der Betonwand des Schulzentrums in seiner Heimatstadt aufgefallen. „Da sind 240 Quadratmeter – nach Süden ausgerichtet! Ideal für eine Sonnenuhr!“

Zeitmessung präzise ausgerechnet
Seine „Jogging-Idee“ gab vor einigen Jahren den Anstoß, dass auf dieser Wand die Kepler Sonnenuhr entstanden ist. Natürlich war es Niel, der alle Punkte, die für die Zeitmessung wichtig sind, präzise ausgerechnet hat. Mit bunten Ziffern und Linien wird einerseits die „wahre Ortszeit“ angezeigt. „12 Uhr Mittag ist in dem Fall, wenn die Sonne genau im Süden steht“, sagt Niel. Sonnenuhren können aber auch „nach- oder vorgehen“. Die ellipsenförmige Erdumlaufbahn und die Neigung der Polachse lassen Sonnenuhren leicht anders „ticken“ als eine exakte Uhr. So kann es zu Abweichungen von plus/minus 20 Minuten kommen.

Sonnenuhr kann mehr
Dafür kann die Kepler Sonnenuhr mehr: Sie misst die mittlere Ortszeit, die mitteleuropäische Zeit, und sie hat eine Sommerzeit-Zone. Sie zeigt außerdem Jahreszeiten und Tierkreiszeichen an.

Bewegung der Erde soll Live-Erlebnis werden
Und nun wird sie auch noch digital: „Ich habe eine Webcam angebracht, die alle zwei Minuten ein Bild ins Internet stellt“, sagt Niel. „Man kann sich weltweit anschauen, wie spät es in Oberösterreich ist.“ Und er will die Kepler Sonnenuhr mit Sonnenuhren auf der ganzen Welt „verpartnern“. Sie alle sollen ihre Sonnenzeiten auf die gleiche Internet-Plattform stellen für einen Traum: „Werden Bilder von 200 bestimmten Standorten weltweit zusammengeführt, könnte man beobachten, wie sich die Mittagslinie über den Globus hinwegbewegt. Das Kreisen der Erde um die Sonne wäre erstmals live sichtbar“, erklärt Niel die Idee dahinter. (www.kepleruhr.at)

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 20. September 2021
Wetter Symbol