Panne beim Andocken

NASA verlor fast eine Stunde Kontrolle über ISS

Wissenschaft
30.07.2021 07:05

Beim Andocken (Video) des russischen Forschungsmoduls „Nauka“ an der Raumstation ISS - krone.at berichtete - ist es am Donnerstag zu einem nicht ganz ungefährlichen Zwischenfall gekommen. Weil die Triebwerke des Moduls „versehentlich und unerwartet“ angefeuert wurden, wurde die ISS um 45 Grad aus ihrer regulären Flugbahn verschoben. Dadurch verlor die NASA für fast eine Stunde die Kontrolle über die Position der Station im All und auch der Kontakt zur Crew brach elf Minuten lang ab.

Durch einen Notfalleinsatz habe die ISS aber wieder in ihre reguläre Flugbahn zurückgebracht werden können, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Donnerstag via Twitter mit. Die Besatzung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen und die Internationale Raumstation und alle Systeme an Bord würden normal funktionieren.

Start des „Starliner“-Raumschiffs verschoben
Nach dem Zwischenfall teilte die NASA mit, dass sie den für Freitag geplanten Start eines „Starliner“-Raumschiffs von der Firma Boeing zur ISS zunächst auf unbestimmte Zeit verschiebe. Mit dem unbemannten Testflug soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass mit dem „Starliner“ künftig Astronauten zur Raumstation transportiert werden können.

Eigentlich sollte das schon längst passieren, doch beim ersten Test im Dezember 2019 hatte es das Raumschiff nicht in den Orbit und zur ISS geschafft, unter anderem wegen eines Problems mit der automatischen Zündung der Triebwerke. Die Verschiebung „gibt dem Team der Internationalen Raumstation Zeit, Tests am neu eingetroffenen ,Nauka‘-Modul von Roskosmos fortzusetzen und sicherzustellen, dass die Station für die ,Starliner‘-Ankunft bereit ist“, hieß es weiter.

Das Modul „Nauka“ kurz vor dem Andocken an der Internationalen Raumstation ISS (Bild: NASA via AP)
Das Modul „Nauka“ kurz vor dem Andocken an der Internationalen Raumstation ISS
(Bild: NASA)

Als Mehrzweckmodul ist „Nauka“ vorrangig für die Forschung gedacht. Das Modul, das vor rund einer Woche an Bord einer Trägerrakete von Kasachstan aus ins All geschossen wurde, soll aber auch als Mannschaftsquartier mit eigenem Lebenserhaltungssystem dienen. Es misst 13 mal 4,11 Meter und wiegt mehr als 20 Tonnen.

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