24.07.2021 09:13 |

„Keiner will Lockdown“

Festnahmen bei Corona-Protesten in Sydney

Bei Protesten gegen den seit rund einem Monat geltenden Corona-Lockdown in Sydney ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Einige Teilnehmer des Protestzuges in der bevölkerungsreichsten Stadt Australiens bewarfen die Sicherheitskräfte am Samstag mit Flaschen und Blumentöpfen. Laut Polizei gab es zahlreiche Festnahmen. Im ganzen Land steigt der Unmut wegen der Gesundheitspolitik der Behörden.

Die Organisatoren hatten den Protest als „Freiheits“-Kundgebung betitelt und in Online-Netzwerken bekannt gemacht, die häufig zur Verbreitung von Falschnachrichten über Impfstoffe und Verschwörungstheorien genutzt werden.

„Egoistische, rücksichtslose Idioten“
Auch in Melbourne, der zweitgrößten Stadt Australiens, gingen Lokalmedien zufolge Tausende Menschen auf die Straße. Weitere Demonstrationen waren in anderen Städten geplant. Stephen Jones, ein Abgeordneter des australischen Parlaments, bezeichnete die Demonstranten als „egoistische, rücksichtslose Idioten“. „Niemand will den Lockdown“, aber wegen solcher Aktionen werde er wohl in Kraft bleiben müssen.

Impfrate in Australien besonders niedrig
Der australische Premierminister Scott Morrison steht derzeit stark unter Druck. Die lange Zeit sehr niedrigen Ansteckungszahlen in Australien waren zuletzt so schnell angestiegen wie seit Beginn der Pandemie nicht. Zugleich sind nur rund zwölf Prozent der Bevölkerung geimpft - eine der niedrigsten Impfraten unter den reicheren Ländern.

Zweifel an Zero-Covid-Strategie der Regierung
Neben der nur langsam anlaufenden Impfkampagne kommen auch mehr und mehr Zweifel an der Strategie der Regierung in Canberra auf, die anders als europäische Länder darauf abzielt, keinerlei Ansteckungen mit dem Virus mehr zu haben. Australien setzt dafür auf strikte Grenzschließungen und strenge lokale Lockdowns bereits bei wenigen Ansteckungen.

Mittlerweile befindet sich fast die Hälfte der 25 Millionen Einwohner Australiens im Lockdown. Insgesamt sind die Ansteckungszahlen dennoch im Vergleich mit europäischen Ländern auf einem niedrigen Niveau.

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