Aufruhr im Jemen
Demo gegen Präsident Saleh fordert Todesopfer
Anhänger und Gegner der Regierung lieferten sich den siebenten Tag in Folge heftige Auseinandersetzungen. Etwa Tausend Menschen forderten in Sanaa Salehs Rücktritt. "Das Volk will den Sturz des Präsidenten, das Volk will den Sturz des Regimes", rief die aufgebrachte Menge. Dutzende Demonstranten wurden bei den Straßenschlachten verletzt und weggetragen. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe anscheinend die Kontrolle über die aufeinander losgehenden Gruppen verloren und sich zurückgezogen.
Regimetreue knüppeln Studenten nieder
Die Situation war eskaliert, nachdem Unterstützer des Regimes mit Messern und Knüppeln auf rund 1.500 Regierungsgegner - überwiegend Studenten - losgegangen waren. Schon am Mittwoch waren zehn Studenten bei ähnlichen Zusammenstößen mit Regierungsanhängern verletzt worden. Hunderte Demonstranten hatten dabei versucht, bis zum Präsidentenpalast in Sanaa vorzudringen. Auch in der südlichen Hafenstadt Aden kam es zu Gewalt.
Saleh steht derzeit stark unter Druck. Der seit 1978 amtierende Staatschef kündigte daher an, nach dem Ende seiner Amtszeit 2013 nicht erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren. Zudem schloss er eine "Erbfolge an der Staatsspitze" aus. Die jemenitische Regierung wird in der Bevölkerung scharf kritisiert, weil sie den Kampf gegen Al-Kaida immer mehr den USA überlässt.
Eines der ärmsten Länder der arabischen Welt
Anders als in anderen arabischen Ländern beteiligt sich die im Parlament vertretende Opposition seit einer großen Kundgebung Anfang Februar nicht an den Protesten. Sie setzt vorerst auf die Versprechen der Regierung, Reformen einzuleiten. Der Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt. Ein Drittel der Bevölkerung hungert. 40 Prozent der Menschen leben von weniger als zwei Dollar pro Tag.











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